Interne Verlinkung
Interne Verlinkung
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Die interne Verlinkung ist Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung, insbesondere der OnPage Optimierung. Dabei wird die interne neben der externen Verlinkung oft vernachlässigt, obwohl auch diese ein sehr wichtiger Faktor für Nutzer/ Nutzerin und den Crawler ist. Die Markierung und Auszeichnung hilft Ihnen sich auf der Website zurechtzufinden und geben Linkpower weiter. Das macht sich in den Rankings bemerkbar!

In diesem Beitrag bekommen Sie ausführliche Antworten auf die folgenden Fragen:

 

  • Was ist die interne Verlinkung?
  • Wie bauen Sie die Links innerhalb Ihrer Website richtig auf?

Was ist die interne Verlinkung?

Die Verweisung von Quellen innerhalb der eigenen Website ist eine OnPage Maßnahme im SEO. Aufgabe dieser ist es, die eigene Website strategisch sinnvoll untereinander zu verlinken und sowohl dem Nutzer/ der Nutzerin, als auch den Crawler sinnvoll durch die Website zu leiten. 

 

Dem Nutzer/ der Nutzerin die Auszeichnung sich besser zurechtzufinden und weiterführende Informationen zu bekommen. 

 

Für den Crawler ist es neben der Navigation durch die Website auch ein Indikator für die Relevanz bestimmter Inhalte. Logischerweise hat eine Seite, die nur vereinzelt auf der Website verlinkt ist, eine deutlich geringere Priorität als eine weitere mit Hunderten.

 

Durch gezielte Maßnahmen können schwache Pages durch die Linkpower trafficstarker Inhalte profitieren und das Ranking beeinflussen.  

 

Ohne diese Maßnahmen kann die Website in ein Ungleichgewicht geraten. So bekommen z.B. wichtige Landingpages zu Marken nicht so viel Aufmerksamkeit und Power wie weniger wichtige Marken. 

Interne und externe Links – Der Unterschied

interne vs externe Links

Intern 

ironshark.de/suchmaschinenoptimierung → ironshark.de/seo-text

 A →  A

 

Extern

ironshark.de → onlinemarketing.de 

 A → B  (ausgehender Link)

 A ←  B (eingehender Link)

 

Die interne Verlinkung findet nur auf der eigenen Website statt, während die externe Verlinkung Links von oder zu fremden Websites beinhaltet. 

 

Ausgehende Links sind die Links, die von der eigenen Website auf eine andere verlinken z.B. ironshark.de verlinkt einen Beitrag von onlinemarketing.de. Eingehende Links zielen von fremden Seiten auf die eigene Website z.B. onlinemarketing.de verlinkt auf ironshark.de.

 

Dabei wertet der Crawler jeden externen Link als Empfehlung. 

 

Beim Linkbuilding, dem Aufbau von externen Links, wird zusätzlich der Domain Pop gesteigert. Trotzdem sollten Sie hier vorsichtig sein, was die Menge, die Qualität und die Anchortexte betrifft. Seit dem Penguin Update von Google werden gekaufte bzw. unnatürlich aufgebaute Backlink Profile abgestraft.

 

Großer Vorteil: Die interne Verlinkung ist nicht von den Penalties wie Penguin, Panda & Co. betroffen. 

Warum ist die interne Verlinkung SEO relevant?

Auch intern wird Linkjuice bzw. Linkpower vergeben. 

Der Crawler bewertet dabei zunächst die Linktiefe, sprich, wie viele Klicks ein Nutzer/ eine Nutzerin braucht, um zur Zielseite zu gelangen. Auf der anderen Seite wird die Häufigkeit mit einbezogen.

 

Je häufiger und prominenter eine Seite verlinkt wird, desto wichtiger wird sie vom Crawler bewertet. 

 

Im Gegensatz zur externen Verlinkung bietet die interne den Vorteil, dass Seiten quasi unbegrenzt verlinkt werden können. Sie brauchen dabei keine Abstrafungen zu befürchten. 

 

Außerdem können harte Linktexte bzw. Money Keywords genutzt werden, welche auf relevante Keywords (wie bspw. “Sneaker kaufen”) verlinken. 

 

Vorteile der technischen SEO Verlinkung 

  • Keine Abstrafung, Penguin Update muss nicht berücksichtigt werden  
  • Freiheit, wo und wie viele Links gesetzt werden sollen 
  • Harte Linktexte bzw. Money Keywords sind möglich 
  • Verbesserte Nutzerführung und User Experience 
  • Die Verlinkung untereinander erleichtert den Bots das Crawlen und Analysieren der Seite

Wikipedia ist ein sehr gutes Beispiel für die Auszeichnung der eigenen Inhalte. Allein im ersten Abschnitt zum Thema “Suchmaschinenoptimierung” befinden sich sechs  Links zu weiteren Beiträgen, darunter z.B. Website, Websuchmaschine oder Suchmaschinenranking.

Wo können Links gesetzt werden?

Folgende Möglichkeiten können genutzt werden

  • Navigation
  • Menüstruktur 
  • Breadcrumb
  • Sitebar
  • Footer
  • Fließtext
Interne Links

Da wichtige Seiten in der Menüstruktur bereits verlinkt sein sollten, empfiehlt es sich nicht, diese zusätzlich in der Sitebar oder im Footer auszuzeichnen. Zudem erzeugen sie zahlreiche Links, die nicht natürlich wirken und einen falschen Eindruck über die Linkpower gibt. 

Website verlinken – WordPress, Shopware, TYPO3 & Co.

Egal welches Content Management System (CMS) oder Shopsystem Sie verwenden, das Vorgehen bleibt gleich. Folgenden Pages sollten Sie Beachtung schenken: 

 

  • Startseite 
  • Kategorieseiten 
  • Produkten und Leistungen  
  • Markenseiten
  • Blogseiten

Die Basis für die Auszeichnung auf der eigenen Website

SEO Interne Links
  1. Keywordrecherche 
  2. Menüstruktur und Breadcrumb
  3. Trafficstarke Seiten identifizieren
  4. Priorisierung der Seiten 

Keywordrecherche:

Wenn sich Ihre Website gerade erst in der Entwicklung befindet bzw. Sie einen Relaunch planen, dann beginnen Sie mit der Keywordrecherche. Auf Basis dieser kann abgeleitet werden, welche Keywords ein hohes Suchvolumen haben und welche Suchintention sich hinter den Begriffen verbirgt. 

 

Menüstruktur und Breadcrumb: 

Entwickeln Sie auf Basis der Keywordrecherche Seiten, die in der Menüstruktur verankert werden sollen. Ziel ist es, dass jede Seite durch maximal 3 Klicks erreicht werden kann. Durch die Menüstruktur bildet sich auch die Breadcrumb. 

Darüber hinaus werden Landingpages und Blogbeiträge aus der Recherche abgeleitet. 

Verlinkung

Trafficstarke Seiten identifizieren: 

Bei einer bestehenden Website werden zunächst trafficstarke Pages herausgefiltert. Tools, wie der Screaming Frog helfen dabei die aktuelle interne Verlinkung zu analysieren und ein Ungleichgewicht festzustellen. Auch Google Analytics gibt Aufschluss über starke Seiten. 

Zudem gilt: Die Startseite ist die wichtigste, mit der meisten Power. Von hier aus werden die relevantesten Pages verlinkt. 

 

Priorisierung der Seiten:

Die jeweiligen Produkte oder Inhalte sollten priorisiert dargestellt werden, je nach Suchvolumen und der Relevanz für Ihr Unternehmen bzw. Ihrem Vorhaben. Seiten mit hoher Priorität sollten möglichst häufig, bestenfalls auf trafficstarken und themenrelevanten  Inhalten, verlinkt werden. Neben der Menüstruktur und der Breadcrumb sollte die Auszeichnung im Fließtext gesetzt werden.

Beispiel für die interne Verlinkung von Produkten

Als Beispiel für die interne Verlinkung nehmen wir einen Onlineshop, der Kleidung vertreibt. Als Oberkategorien ist im Menü “Damenmode” verlinkt. Darunter befinden sich verschiedene Kategorien z.B. Shirts, Kleider, Blusen, Hosen, Röcke und Schuhe. Klickt ein Nutzer/ eine Nutzerin auf den Link zu Schuhe, dann öffnen sich weitere Optionen: Sneaker, High Heels, Sandalen, Boots, Stiefel usw. 

 

Innerhalb von 3 Klicks ist die Zielseite “Sneaker” gefunden. Den Pfad erkennt der Nutzer/ die Nutzerin und auch der Crawler anhand der Breadcrumb (Startseite > Damenmode > Schuhe > Sneaker) 

 

Auf der Sneaker Seite ist ein Kategorietext eingepflegt. Dieser ist ein Rankingfaktor und soll der Suchmaschine zeigen, um was es auf der Seite geht. Innerhalb des Textes sind weitere Links gesetzt. Achten Sie darauf , dass themen-ähnliche Seiten verlinkt werden. 

 

“Neben den Sneakern haben wir zahlreiche weitere Schuhe in unserem Sortiment.[…]”

 

Im Bereich Mode mag man sich darum streiten, ob die Hose oder die Bluse mit verlinkt werden kann, aber ein Onlineshop für Werkzeug, Haus- und Gartenbedarf sollte beispielsweise nicht von der Duschkabine zum Gardinenzubehör verlinken

Wie Sie Links im Fließtext richtig setzen

Im Fließtext gilt die sogenannte First Link Priority.

 

Das bedeutet, dass der erste Link der, der auf einer Seite gesetzte ist, die größte Aufmerksamkeit bekommt. Der Link steht für sich und konkurriert nicht mit weiteren. 

 

Wenn Sie die Kategorieseite “Schuhe” intern verlinken, dann nutzen Sie den Titel “Schuhe” und den Linktext “Schuhe kaufen”. Für die Landingpage Sommerschuhe können Sie den Title “Schuhe” und den Linktext “Schuhe kaufen” nicht mehr verwenden und einen alternativen Begriff verwenden.   

 

  • First Link Priority beachten
  • Der Link soll nicht in Konkurrenz zu anderen Links stehen  
  • Die Auszeichung muss als Link erkennbar sein 
  • Der Linktext soll aussagekräftig sein
  • Der selbe Title und Linktext darf nicht für verschiedene Seiten genutzt werden 

HTML Code für Links

Die interne Verlinkung wird mittels HTML gesetzt. Nutzen Sie dafür den folgenden HTML Code. 

Durch den Title (Anchor Title Attribut) ist es möglich dem Crawler weitere Informationen mitzugeben, was ihn hinter dem Link erwartet.

 

Hinter dem Anchor Title Attribut steht ein relevantes Keyword.

 

Hier eigenen sich auch sehr gut “sperrige” Keywords mit hohem Suchvolumen, die sich sonst schwierig in den Fließtext integrieren lassen (z.B. title=”interner Link HTML”). Der Anchor beinhaltet ein relevantes und aussagekräftiges Keywords mit Suchvolumen. Dabei ist zu beachten, dass die Begriffe stringent einer Seite zugeordnet sind.

 

Vermeiden Sie unterschiedliche Linkziele mit gleichem Ankertext.

<a title=“​Keyword​“  href=“​URL​“>​Verlinkung im Text​</a>  

Absolute vs. relative Verlinkungen

 

Bei internen Verlinkungen ist es immer besser, auf absolute URLs zurückzugreifen. Auch  wenn relative Links nicht prinzipiell falsch sind und Nutzer keinen Unterschied merken, haben Suchmaschinen oft Probleme damit, die relative Auszeichnung korrekt auszulesen. 

 

Außerdem kommt es bei der Verwendung von relativen URLS häufiger dazu, dass fehlerhafte Links entstehen. 

Falsch: 

<a title=“​Keyword​“  href=“​/sneaker/​“>​Verlinkung im Text​</a>  

Richtig:

<a title=“​Keyword​“  href=“​https://www.musterseite.de/schuhe/sneaker/​“>​Text​</a> 

Zusammenfassung : Die richtige Umsetzung

Schaffen Sie die Basis

  1. Erstellen Sie eine Keywordrecherche inklusive Suchvolumina und Intention 
  2. Entwickeln Sie eine relevante Menüstruktur und leiten Sie die Breadcrumb daraus ab.   
  3. Bestimmen Sie trafficstarke Seiten mittels Google Analytics.
  4. Werten Sie die bestehende interne Verlinkung mittels Screaming Frog aus. 
  5. Legen Sie Prioritäten für Ihre wichtigsten Inhalte fest. 

 

Umsetzung im Fließtext 

  1. Planen Sie Links bei der Erstellung von SEO Texten mit ein.
  2. Interne Verlinkungen kommen am besten direkt aus dem vorhandenen Fließtext und passen dabei sinnvoll zum Umfeld. Verlinken Sie z.B. nicht von Badewannen zu Gartenstühlen.  
  3. First Link Priority: Der wichtigste Link wird am Anfang des Fließtextes gesetzt. 
  4. Der Link muss als solcher erkennbar sein. 
  5. Die Texte sollen in einem sinnvollen Rahmen variiert werden.
  6. Nutzen Sie Keywords nur für eine Seite z.B. “Schuhe” nicht für “Schuhe” und “Sommerschuhe”.
  7. Verlinken Sie innerhalb eines Textes zu einem bestimmten Thema vor allem zu weiteren Inhalten aus dem gleichen Themencluster. Welche Themen sich anbieten, ergibt sich meistens von selbst  aus der Nutzerführung. Zum Beispiel von “Schuhe” zu “Sneaker”, aber nicht zu “Hüten”.   
  8. Versehen Sie den Anchor-Title und nutzen Sie diese, um der  Suchmaschine weitere relevante Keywords mitzuteilen. 
  9. Zeichnen Sie neue Beiträge auf bereits bestehende Inhalten aus. 

Bildnachweise

Headerbild © Yiran Ding – Unsplash.com

Bild zu „Die Basis für die Auszeichnung auf der eigenen Website“ © Hal Gatewood– Unsplash.com

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