Das W3C hat diese Woche den HTML5-Standard verabschiedet, 6 Jahre früher als geplant. Google dagegen möchte demnächst für die Bestimmung seiner Rankings nicht mehr ausschließlich auf HTML setzen. Was diese Woche noch passiert ist, erfahrt ihr in unserem Wochenrückblick:

1. News aus dem Bereich Online-Marketing

Google

Google fordert Webseitenbetreiber dazu auf, seinen Crawlern über die robots.txt Zugang zu den CSS- und Javascript-Dateien zu geben. Denn zukünftig soll auch das Design in die Rankingfaktoren einbezogen werden. Bisher hat Google sich ausschließlich für den Inhalt der HTML-Dokumente interessiert. Webmaster sollten nun überprüfen, ob ihre robots.txt den neuen Vorgaben entsprechen, um ein verschlechtertes Ranking zu verhindern.

In den Google Webmaster Tools steht ab sofort ein Bericht zur mobilen Nutzbarkeit der betreuten Webseite zur Verfügung. Dies könnte ein weiterer Hinweis auf das zunehmende Gewicht sein, das Google diesem Faktor beimisst. Eine zukünftige Berücksichtigung der mobilen Nutzbarkeit in den Rankingfaktoren wird schon länger vermutet.

Bing

Microsofts Suchmaschine ermöglicht die Suche nach Emojis. Sie können alleine oder in Kombination mit Text eingegeben und so von der Suchmaschine verstanden werden.

Twitter

Twitter übernimmt den Bilderdienst Twitpic. Nachdem ein Rechtsstreit aufgrund der Namensähnlichkeit drohte, übergeben die bisherigen Betreiber die Bilddatenbank an den Kurznachrichtendienst. Der Upload neuer Bilder wird nicht mehr möglich sein, lediglich die alten Bilder werden weiter gehostet. Welchen Betrag Twitter für Twitpic bezahlt hat, wurde nicht bekanntgegeben.

Facebook

Mit den Quartalszahlen veröffentlicht das soziale Netzwerk auch aktuelle Nutzerzahlen. Demnach sind mittlerweile beachtliche 1,35 Milliarden Menschen angemeldet. Davon nutzen 700 Millionen Facebook auf mobilen Geräten.

YouTube

Das Videoportal erwägt, ein werbefreies Abomodell einzuführen. Dann soll ähnlich wie bei Spotify-Nichtzahlern der kostenlose, aber mit Werbung versehene Zugang gewährt werden. Zahlenden Nutzern bleiben die Clips vor dem eigentlichen Video erspart. Dies würde zu einer geringeren Anzahl buchbarer Werbeplätze führen und eventuell mit einer Steigerung der Werbekosten einhergehen.

Ähnlich wie bei Facebook entwickelt sich YouTube immer mehr zur mobil genutzten Plattform: Laut Unternehmensangaben werden mittlerweile die Hälfte aller Videos mobil abgerufen. Neben Videos arbeitet YouTube derzeit auch an der Entwicklung eines eigenen Musikstreaming-Dienstes.

HTML5

Das für Internetstandards zuständige Komitee W3C hat HTML5 als Recommendation freigegeben. Damit ist der neue Standard sechs Jahre früher fertig als geplant. Bei der Entwicklung wurden Sicherheitsaspekte stärker berücksichtigt, aber auch auf die Abwärtskompatibilität geachtet. Alte Dokumente werden demnach weiterhin korrekt dargestellt. Zudem soll die Universalität der mit HTML5 programmierten Seiten sichergestellt werden, sodass diese auf allen Endgeräten korrekt dargestellt werden.

2. News aus dem Bereich App-Entwicklung

Android

Nachdem Microsoft im März seine Office Suite endlich auf das iPad gebracht hat, soll laut Gerüchten im November Android folgen. Damit gibt das Unternehmen endgültig seine Strategie auf, mit der Office Suite sein eigenes Betriebssystem pushen zu wollen.

Mit Google Fit bekommt auch Android nun eine zentrale App für Fitnessdaten jeder Art. Das Programm steht für Geräte mit mindestens Android 4.0 ab sofort zum Download im Google Playstore bereit.

iOS

Mit der Apple SIM wollte das Unternehmen seinen Kunden größtmögliche Flexibilität in der mobilen Datennutzung ermöglichen und diese von der Bindung an einen Netzanbieter befreien. Dies scheitert nun jedoch an den Partnerunternehmen. AT&T lässt Apple SIMs, die sich einmal eingeloggt haben, nicht mehr in andere Netze wechseln. Damit die versprochene Flexibilität bei den Datentarifen für die iPads erreicht werden kann, sind wohl noch einige Nachverhandlungen notwendig.

3. News aus dem Bereich Webentwicklung

Drupal

Eine kritische Sicherheitslücke ermöglichte Angreifern Drupal-Installationen per SQL Injection komplett zu übernehmen. Kurz nach Bekanntgabe der Lücke und Veröffentlichung des Patches kam es zu einer Angriffswelle auf Systeme mit dem Open Source CMS. Betroffenen wird empfohlen, ein Backup, das vor dem 15.Oktober erstellt wurde, einzuspielen, anschließend den Patch zu installieren und sämtliche Passwörter zu ändern.

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