Amazon vs. Hollywood – David gegen Goliath | Wochenrückblick KW04

1 News aus dem Bereich Online-Marketing

Facebook

In dieser Woche gab es wieder einmal eine Ankündigung von Mark Zuckerberg und seinem Team, dass ein neues Update für den Newsfeed ausgerollt wird. Facebook will in Zukunft weniger Hoaxes ausspielen. Ein Hoax ist eine Falschmeldung, die in verschiedenen Medien, also auch in sozialen Netzwerken, verbreitet und bei vielen Usern als Wahrhaftigkeit angenommen wird. So wird dies tausende Male geteilt und weitergeleitet und erzielt eine enorme Reichweite. Einige sprechen in diesem Fall schon von Spam.

Ein Problem, das der Algorithmus noch nicht lösen kann: Er erkennt keine Satire. Da können sich die Betreiber von Facebookseiten wie „Der Postillon“ nur auf die Hilfe ihrer Nutzer verlassen. Sie haben nun die Möglichkeit beim Melden von Posts auszuwählen ob es sich um eine falsche Nachricht handelt.

Ein weiteres Feature spendiert Facebook seinem Messenger: die Einführung der Sprachtranskription. Sprachnachrichten zu Versenden statt langem Tippen ist mittlerweile mit einem Klick auf den Button der App so einfach wie noch nie. Jedoch gibt es im Alltag Momente, bei denen es eher problematisch ist, einfach seine Stimme aufzunehmen und seinem Smartphone-Gegenüber zukommen zu lassen. Die Software unserer Handys versteht uns und unsere Sprache mittlerweile sehr gut, nicht zuletzt durch die allseits bekannte iPhone-Stimme Siri. Facebook analysiert nun mit Hilfe des Features die Sprache des Users und wandelt diese in Text um. Aktuell befindet sich dies noch in der Testphase, kann jedoch in Kürze schon bei den ersten Usern in ihrer Facebook Messenger App wiedergefunden werden.

Google

Aktuell weist Google Webmaster mit Hilfe seiner Webmaster Tools auf mangelhafte Usability der Website auf mobilen Endgeräten wie Tablet, Smartphone und Phablet hin. Google listet in seinen verschickten Nachrichten verschiedene Tipps und Links auf, die markante Fehler aufzeigen und sich beheben lassen. Dass dies Einfluss auf das Ranking hat, macht Google ebenfalls deutlich, indem die betroffenen Seiten nicht das Prädikat mobile-friendly erhalten.

Google setzt damit seinen Weg konsequent fort: Gute Rankings in der mobilen Suche nur mit mobil optimierten Websites! Mit Hilfe des Tests der Website auf Mobil-Optimierung können Webmaster ihre Seite testen. Für einige Insider ist das ein Anzeichen für die Entwicklung eines neuen Algorithmus.

Youtube

Der Super Bowl, für viele DAS US-amerikanische TV-Sportevent überhaupt, steht bevor. Nun wagt YouTube einen Angriff auf die etablierten Sender-Netzwerke und streamt seine eigene Halbzeit Show. Seit einigen Jahren hat die Video-Plattform das Fernsehen als Vorbild für sich entdeckt: Von lustigen Katzen-Videos, Harlem Shakes und cholerischen Angestellten bis hin zur Professionalisierung mit eigenen Shows und Sendungen, die den verschiedenen TV-Sendern in nichts nachstehen.

Der Super Bowl ist seit einigen Jahren zum weltweiten Event geworden, daher wird natürlich auch versucht, die Halbszeit-Pause marketing-technisch effektiv zu nutzen. Horende Summen von 4 Millionen Dollar für 30 Sekunden Werbezeit gehören eher zur Regel statt zur Ausnahme. Nun möchte YouTube ebenfalls ein Stück vom Quoten-Kuchen abhaben und präsentiert seine eigenen Plattform „Stars in der Pause“, die sich gegen die diesjährigen TV Lieblinge wie Lenny Kravitz und Katy Perry durchsetzen sollen. Falls das Experiment gelingt, kann YouTube in den kommenden Jahren mit hohen Einnahmen für ihre Werbeplätze in ihrer Show rechnen.


2 News aus dem Bereich App-Entwicklung

iOS

Apple veröffentlichte in der vergangenen Woche die vierte Beta ihres mobilen Betriebssystems iOS 8.2. Neben einigen Verbesserung von App Stabilitäten und Fehlerbehebungen findet sich auch ein neues Feature, das auf die Zusammenarbeit mit der kommenden Apple SmartWatch hinweist. So wurde die Bluetooth Funktionalität um die Verbindung mit der hauseigenen Uhr erweitert. Ebenso verrät die neue Beta, dass es eine separate App für die Uhr geben wird.

Android

Der Aufschrei war groß als Facebook verkündete, WhatsApp zu übernehmen. Viele haben sich nach Alternativen umgesehen und sind doch wieder zurückgekehrt, weil die Freunde einfach WhatsApp behielten. Dass es jedoch auch Alternativen zu der offiziellen Messenger App gab, wussten wohl die Wenigsten. User der Alternativen WhatsApp+ und WhatsAppMD staunten diese Woche nicht schlecht, als ihre Accounts gesperrt worden waren. WhatsApp geht nun akut dagegen vor – auch juristisch. So haben die ersten Entwickler schon ihre Abmahnungen und Unterlassungserklärungen erhalten.

Auf Android war vor allem WhatsApp+ die erfolgreichste inoffizielle App. Die Android-User erhielten eine Nachricht, dass sie vorübergehend gesperrt wurden, da sie gegen die AGB verstoßen haben. In einem Verweis auf die FAQs wird der Grund für die Sperre erklärt. Ein Deinstallieren und das Verwenden der offiziellen App brachte jedoch auch nichts und so mussten die User die temporäre Sperre wohl oder übel akzeptieren.

Website des WhatsApp Messengers
Quelle: pixabay (http://www.pixabay.com)


3 News aus dem Bereich E-Commerce

Magento

Eine Hiobs-Botschaft für die Entwickler von Magento: Der Mutterkonzern eBay entlässt 2.400 Mitarbeiter und will sich nur noch auf das Kerngeschäft konzentrieren. Hierbei wird wohl auch Magento unter den Hammer kommen. Das Unternehmen Magento gehört zu eBay Enterprise. Diese eBay-Tocher steht für den CEO John Donahue zur Disposition: entweder Verkauf oder Börsengang. Was das für das weltweit größte Open-Source Shopsystem bedeutet wird uns wohl nur die Zukunft zeigen.

TYPO3

Aufgepasst liebe TYPO3-Entwickler! In der Extension direct_mail_subscription wurde ein Sicherheitsleck entdeckt. Das Security-Team von TYPO3 machte in dieser Woche auf den Fehler aufmerksam. Die Extension direct_mail_subscription ermöglicht Newsletter-Funktionen auf einer TYPO3 Installation und gehört nicht zum Standard des Systems. Die Sicherheitslücke wurde als Mittel eingestuft und macht persönliche Daten der Newsletter Empfänger lesbar.

Als Lösung schlägt das Team ein Update auf Version 2.0.2 über den Extension Manager oder über den Download auf der TYPO3 Website vor.


4 Sonstiges

Auswirkungen des Online Handels

Der Paket-Zusteller DHL will bis zum Jahr 2025 20.000 neue Zusteller einstellen. Dies sei vor allem dem stetig wachsendem Online Handel zu verdanken, sagte der DHL Sprecher Dirk Klassen. Mehr als 2,1 Milliarden verschickte Pakete stammten im Jahr 2014 aus dem Online Handel. Dabei kamen 246 Millionen Pakete aus der größten Warengruppe, der Bekleidung. Die neuen Angestellten werden in einer neugegründeten Gesellschaft DHL Delivery GmbH angestellt. Hierbei bezahlt DHL nicht nach dem hauseignen Tarif sondern nach den günstigeren Verträgen der Speditions- und Logistikbranche.

Amazon

David gegen Goliath oder Amazon gegen Hollywood. Dieses Kräftemessen beschreibt am ehesten die neue Strategie von Amazon. Durch ihre FireTV Box und den Amazon Instant Prime Video Apps auf den verschiedensten Geräte wie Tablets, Blu-Ray Player und Fernsehern wohnt Amazon schon bei uns zuhause. Nun legt sich der amerikanische Online-Händler auch mit der Film-Industrie an und attackiert Hollywood mit selbstgedrehten Filmen. Hierbei will Amazon besser agieren als seine cineastischen Konkurrenten. Schon nach wenigen Wochen sollen den Prime-Nutzern die Kinofilme zur Verfügung stehen. Erst kürzlich wurde der Onlinehändler mit seiner eigenen Serie Transparent mit dem Golden Globe geehrt. Noch in diesem Jahr will Amazon mit der Produktion der Filme beginnen. Ziel dabei ist es knapp 12 Filme im Jahr zu produzieren. Die Kosten pro Film belaufen sich auf 5 bis 25 Million Dollar und damit bedeutend geringer als große Hollywood Produktionen, die bis zu 100 Millionen Dollar verschlingen. Auch ihr Streaming Konkurrent Netflix wartet mit eigenen Produktionen auf. Es dürfte also eine spannende nahe Zukunft für alle Filmenthusiasten werden. Seien wir gespannt und freuen wir uns darauf!

WhatsApp

Still und heimlich wurde der Wunsch vieler User des Messengers WhatsApp erhört: WhatsApp für den PC! WhatsApp selbst spricht von „einer Erweiterung des Telefons“. Der Client basiert auf einer Web-Anwendung und ist aktuell nur mit Chrome von Google möglich. Nachrichten werden vom Smartphone auf dem PC gespiegelt. So gibt es keinen Verlust zwischen mobiler und Desktop-Variante. Die größten Mankos dahinter? Durch die Funktionsweise des Spiegelns muss das Handy zwangsläufig mit dem Internet verbunden sein. Außerdem ist es den iOS-Nutzer aktuell nicht möglich, dieses Feature zu nutzen.