Bugs oder eine schlechte Performance der eigenen Seite sorgen schnell dafür, dass Nutzer und Kunden fernbleiben. Da hilft nur eins: ein gutes Qualitätsmanagement. Aber wie sieht das aus, wann ist es sinnvoll und was kann ich selbst tun? Hier erfahrt Ihr alles über eine professionelle QA und Do-It-Yourself-Tipps für die eigene Webpräsenz.

1. Was ist Qualitätssicherung und wieso ist sie so wichtig?

Die Seite lädt zu langsam, ein Link führt ins Nichts – schon hat man keine Lust mehr, weiter in einem Webshop einzukaufen oder länger auf einer Seite zu surfen. Nutzer von Apps, Websites und Webshops haben klare Ansprüche – sie wollen schnell und effizient einkaufen, unterhalten werden oder sich informieren. Wenn Bugs oder lange Ladezeiten sie daran hindern, wird das für die Betreiber schnell zum Wettbewerbsnachteil. Ziel einer QA ist es daher, ein möglichst fehlerfreies Produkt bereitzustellen, das den gestellten Anforderungen gerecht wird.

Natürlich ist eine Software nie komplett fehlerfrei. Unser Ziel ist es aber, Fehlerquellen und ihre Auswirkungen aufzudecken und zu beheben.

Anette Huber-Kemmesies, Qualitätssicherung IronShark

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Um das leisten zu können beginnt das Qualitätsmanagement im besten Fall schon vor dem eigentlichen Projekt. Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Kunden, Projektleitern, Entwicklern und Qualitätssicherung können schon im Vorfeld Fehler durch Verständigungsprobleme vermieden werden.

2. Wie funktioniert eine professionelle Qualitätssicherung?

Im Vordergrund steht dabei immer die Frage: Was ist dem Kunden wichtig? Von Schnittstellen zwischen Warenwirtschaft und Shopsystemen über Performance- bis hin zu Lasttests können verschiedene Aspekte und Szenarien für Websites, Apps und Webshops in Back- und Frontend überprüft werden. Ist das Konzept erarbeitet und die Anforderungen klar, laufen Entwicklung und QA parallel zueinander ab. Beim Vorgehen unterscheidet man zwischen einer „Klick-QA“ und automatisierten Tests. Bei der Klick-QA analysieren die Experten manuell jede Seite und überprüfen, ob im Frontend alles wie geplant funktioniert. Gerade bei größeren Seiten mit mehrmaligen Anpassungen empfehlen sich allerdings automatisierte Tests.

Mit Unit-Tests können die Funktionalitäten einzelner Softwarekomponenten überprüft werden. Funktionale Tests überprüfen spezifizierte Funktionen und Akzeptanztests das Gesamtsystem gemeinsam mit dem Kunden. All diese verschiedenen automatisierten Tests können mit Hilfe verschiedener Tools durchgeführt werden. Codeseption basiert beispielsweise auf der Testumgebung Selenium und ermöglicht umfassende Analysen verschiedener Szenarien (z. B. gleichzeitiger Aufruf der Webanwendung durch viele Usern). Es gibt aber auch viele Werkzeuge zur Überprüfung spezifischer Qualitätsaspekte wie SEO oder Barrierefreiheit. Hier findet Ihr eine hilfreiche Übersicht.

3. Wann ist eine professionelle QA sinnvoll?

Natürlich ist ein solcher Qualitätssicherungsprozess mit einigem Aufwand verbunden. Die Programmierung automatisierter Tests zur ständigen Überwachung der Webanwendung erfordert Zeit, Programmierkenntnisse und somit meist eine professionelle Agentur. Daher ist eine umfassende QA vor allem bei größeren Projekte mit viel manueller Entwicklungsarbeit wichtig. Bei kleineren Projekten empfiehlt sich eine Kosten-Nutzen-Abwägung und gegebenenfalls eher eine einfache Klick-QA. Wenn man unsicher ist, ob die eigene Webanwendung optimierungsbedarf hat, können einige Qualitätsmerkmale auch selbst überprüft werden. Wie das geht erfahrt Ihr jetzt.

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4. Qualitätsmanagement – Do It Yourself

Eine professionelle Agentur wie IronShark kann bei der Planung und Prioritätensetzung für eine QA natürlich helfen. Will man sich selbst an die ersten Schritte dafür machen, sollte man sich vorher mit den verschiedenen Aspekten auseinandersetzen. Eine umfassende Checkliste, worauf Ihr bei der Qualitätssicherung Eurer Webpräsenz achten könnt und solltet, hat kreativo-media zusammengestellt.

Kaum etwas stört die Nutzer einer Webanwendung mehr als lange Ladezeiten. Mehr als 10 Sekunden hält es kein User aus und klickt weg. Damit sind Ladezeiten einer der wichtigsten Ansatzpunkte für eine Qualitätsoptimierung. Über Tools wie weboptimization oder webpagetest kann getestet werden, wie lange die eigene Seite lädt und welche Elemente die Ladezeit verursachen. Ideal ist eine Ladezeit von unter 3 Sekunden. Quelle: Screenshot webpagetest.org

Quelle: Screenshot webpagetest.org

Korrekturlesen

Inhaltliche Fehler, falsche Orthographie – das wirkt nicht nur unprofessionell sondern kann tatsächlich Besucher und Conversions kosten. Deshalb zählt auch dieser Aspekt zum Qualitätsmanagement. Ihr kennt Eure Webpräsenz am besten, deshalb ist gerade hier das eigene Optimierungspotential immens.
Ist die Webpräsenz bereits aktiv und fertig entwickelt, empfehlen sich Nutzertests um festzustellen, wie gut die Usability der Website für die Endnutzer tatsächlich ist. Hier reichen oft schon wenige Nutzer aus, um interessante Ideen für Verbesserungen zu gewinnen. Neben geplanten Nutzertests kann man seine Besucher auch einfach um Fehlermeldungen bitten – eine kleine Belohnung bringt hierbei bis zu 10 Mal mehr Rückmeldungen.

Unser Fazit

Unsere Tipps können helfen, die Qualität der eigenen Webanwendung zu verbessern. Ein praktisches Tool für einen ersten Qualitätsüberblick ist auch nibbler . Aber: Diese Maßnahmen können ein professionelles Qualitätsmanagement mit automatisierten Tests, die speziell auf die eigene Entwicklung zugeschnitten sind, nicht ersetzen. Gerade bei Neuentwicklungen und größeren Projekten ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Kunden, Entwicklern und Qualitätsmanagement daher ein Muss!

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