Pheed – Mischung aus Plattform und Dashboard

Pheed hat Ende Februar die Nummer 1 des US-amerikanischen Apple App Download Stores im Bereich Social Media gestürmt und damit neben den alteingesessenen Größen Facebook und Twitter auch den Beloved Newbies Pinterest und Co. den Rang abgelaufen. Seit October 2012 ist die Plattform online und vermutlich können wir alle uns darauf vorbereiten, dass ein neues Zeitalter im Bereich Social Media anbricht – Mobile Social Media, das User Generated Content in den Fokus stellt. Aber von vorne – was kann Pheed alles?

Nach der Anmeldung, die via Facebook oder Twitter stattfinden kann, muss man wie bei Pinterest auch zunächst einmal ein paar Kanälen folgen. Nach dem Abschluss dieses Prozesses sieht man auf einmal viele Inhalte – sehr viele Inhalte. Alle Pheeds der Personen, denen man zuvor gefolgt ist, werden in einer ersten Ansicht chronologisch aufbereitet. In einer Navigationsleiste kann man sich diese Chronologie nach verschiedenen Medienformaten separiert ausgeben lassen.

Alles kann auf Pheed geteilt werden

Die einzelnen Inhalte lassen sich dann via Herz-Symbol „lieben“ oder durch ein symbolisches broken heart kritisieren (oh ja, endlich ist der Dislike-Button da!). Daneben können die Inhalte über den Stern als Favorit geadded werden oder über die Fahne als Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen gemeldet werden. Natürlich lassen sich diese Inhalte auch auf der eigenen Pheedwall „remixen“ bzw. über den Share-Button auf das eigene Facebook-Profil bzw. den eigenen Twitter-Feed bringen.

Endlich ein Dilike-Button!

Eigenen Content via Pheed monetarisieren

Pheed Verknüpfung zu Facebook und Twitter

Pheed könnte endlich eine Social Media Plattform sein, die nicht den Zorn vieler Kreativer und Verleger auf sich zieht. Der Grund: eigens erstellte Contents können via Copyright kenntlich geschützt werden (natürlich sind sie das auch ohne dieses Zeichen, sofern es Fotos sind – wir beobachten die genaue Rechtslage in Deutschland für Inhalte im Netz weiterhin gespannt) und einzelne Pheed-Kanäle können sich monetarisieren lassen. Die Verknüpfung mit den Social Media Plattformen Facebook und Twitter lässt nun sehr genau steuern, welche Inhalte öffentlich gemacht werden und welche im kostenpflichtigen Bereich bleiben sollen – und alles ohne Wechsel der Plattform; ein Dashboard zum Streuen der Nachrichten wird also überflüssig. Die Monetarisierung der Pheed-Plattform läuft ähnlich wie ein Abonnement: der jeweilige Subscriber muss zahlen, sofern er die Inhalte des jeweiligen Channels verfolgen will oder einen kostenpflichtigen Live Broadcast ansehen will. Dabei erhält der Lieferant die Hälfte der Einnahmen, die andere Hälfte geht an Pheed. Die Preise kann dabei jeder selbst zeischen 1,99 USD und 34,99 USD festlegen.

Dass solche Paid Content Modelle entgegen aller Vorurteile Zukunft haben, wissen wir ja spätestens seit dem Erfolg von Andrew Sullivan, der mit einem Jahresabo von 19,99 USD für seinen Blog in sechs Stunden stolze Einnahmen im sechstelligen Bereich erzielen konnte. Pheed mit dem Motto Express yourself hat nicht ohne Grund einen wahren Anmeldesturm kurz nach dem 13. Dezember erlebt – da hat Instagram verkündet, dass ob sofort alle Rechte der hochgeladenen Fotos der Nutzer hin zum Social Photo-Dienst wandern. Pheed verfolgt hier einen anderen Ansatz, der sich nicht nur herumzusprechen, sondern auch in barer Münze auszuzahlen scheint. Nicht umsonst hat Forbes das Pheed-Konzept als „Twitter with a business plan“ bezeichnet.

Noch hat Pheed in Deutschland so gut wie keine Sichtbarkeit. Allerdings könnte gerade für Kreative diese Plattform bald eine gute Möglichkeit sein, ihre Contents zu monetarisieren. Auch die multimediale Einbindung hat in dieser Form noch keine Plattform umgesetzt – wir dürfen gespannt sein, wie sich der neue Stern am Social Media Himmel entwickeln wird. Potenziale sind jedenfalls genügend da: wird das Social Web nicht etwa noch der Liebling von Kretiavarbeitern und Verlagen? Wir beobachten das Ganze und berichten wie immer hier, sobald es etwas Neues gibt. Bis bald!

Hashtag-Trend wie bei Twitter

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Headerbild: © Maksim Kostenko (#49745002) – fotolia.com

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