Online Marketing Trends 2015 – Teil 2: Native Advertising

Im zweiten Teil unserer Blogreihe „Online Marketing Trends 2015“ liefern wir euch Fakten und Anwendungsbeispiele für Native Advertising. Ein spannender Trend, der in diesem Jahr seinen großen Durchbruch feiern könnte.

Werbung hat seit ihrem Bestehen ein Problem: Viele Leute sind von ihr genervt. Ein Grund für den Erfolg von Googles Werbeanzeigen ist, dass dieses Gefühl vermieden wird. Denn sie werden Kunden präsentiert, die gerade sowieso auf der Suche nach einem Produkt sind. Eine Werbeform zu finden, die nicht aufdringlich ist, sondern dem Empfänger einen Mehrwert bietet, hätte für alle Seiten Vorteile. Der Adressat nimmt die Werbebotschaft wohlwollender auf, damit bleibt das Unternehmen positiv im Gedächtnis und wird bei einer anstehenden Kaufentscheidung berücksichtigt. Genau das verspricht Native Advertising.

Beim Native Advertising werden Werbeformate in eine natürliche Umgebung eingebunden, die dem Nutzer bekannt ist. Ihm wird Information oder Unterhaltung geboten, die durch das bekannte Umfeld Vertrauen weckt.

Native Advertising – Alter Wein in neuen Schläuchen?

Das Konzept ist nicht völlig neu: Gesponserte Blogbeiträge kennt man im Internet seit Langem. Doch mit der steigenden Nutzung sozialer Netzwerke, die viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, nimmt diese Form der Werbung ganz neue Dimensionen an. Werbung taucht in Form von Beiträgen, Tweets und Pins auf, die dem Nutzer fast wie gewöhnliche Beiträge von Freunden oder abonnierten Leuten erscheinen.

Dabei geht Native Advertising über klassisches Product Placement hinaus. Dieses ist gekennzeichnet durch Unterbringung von Werbung in Content. Beim Native Advertising dagegen wird der Werbetreibende selber zum Contentersteller bzw. zum Auftraggeber. Außerdem hilft Native Advertising, das zunehmende Problem der Onlinewerbung zu umgehen, dass viele Nutzer heutzutage mit Ad-Blockern im Netz unterwegs sind. Bei manchen Seiten macht der Anteil solcher Besucher bereits 50% aus. Native Advertising bietet eine Alternative zur herkömmlichen Display-Werbung, aber auch zu Bezahlschranken, durch die Internetseiten viele Benutzer verlieren.

Formen des Native Advertising

Unternehmen stehen unterschiedliche Formen des Native Advertising zur Verfügung:

Gesponserte Geschichten werden üblicherweise auf Nachrichtenportalen oder Seiten etablierter Medienunternehmen veröffentlicht. Zusätzlich werden diese häufig durch bezahlte Beiträge in sozialen Netzwerken beworben. Die Seite Buzzfeed.com finanziert sich mittlerweile ausschließlich über bezahlte Geschichten, die in typischer Gestaltung der Seite als Listen veröffentlicht werden. So wirbt beispielsweise Toyota für sein neues Hybridfahrzeug mit einer Liste hybrider Tiere.

Bezahlte Videos werden auf Plattformen wie YouTube oder Facebook zur Markenkommunikation veröffentlicht. Hilfreich bei der Verbreitung sind skurrile oder emotionale Inhalte. Eindrucksvoll bewiesen hat dies Edeka im letzten Jahr mit seiner Supergeil-Kampagne in Zusammenarbeit mit dem Künstler Friedrich Liechtenstein, die zu einem viralen Hit wurde.

Bezahlte Listings können auf E-Commerce-Plattformen wie Ebay und Amazon, auf Empfehlungsseiten wie Yelp und Foursquare, aber auch in den Google Product Listings gebucht werden.

Zahlreiche Anbieter betten zudem bezahlte Inhalte in ihr Produkt ein. So können bei Spotify bezahlte Playlisten und bei der Newsreader App Flipboard themenrelevante Geschichten platziert werden.

Kritik an Native Advertising

Natürlich muss auch Native Advertising deutlich als Werbung gekennzeichnet sein, um nicht gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb zu verstoßen. Betreiber von Onlineportalen stehen zudem vor der Aufgabe, interne Prozesse zu etablieren, die gleichzeitig eine unabhängige Berichterstattung und das Veröffentlichen von gesponserten Artikeln ermöglichen. Nur so kann dem Vorwurf einer gekauften Presse entgegengetreten werden. Umgesetzt werden kann dies beispielsweise durch unabhängige Teams. Auch wenn Native Advertising eine Alternative zu bestehenden Werbemitteln bietet, ist es nicht das Wunderheilmittel, als das es gelegentlich angepriesen wird. Optimalerweise sollte es in Kombination mit bestehenden Werbemitteln ausprobiert werden.






  • Bezahlter Beitrag
    auf Buzzfeed
    am Beispiel von Toyota






  • Bezahltes Video
    auf YouTube
    am Beispiel von Edeka






  • Bezahlte Links
    auf Google
    am Beispiel von Mercedes






  • Bezahlte Inhalte
    in der Flipboard-App

Wie findet man das passende Werbeumfeld für Native Advertising?

Für Native Advertising ist das Umfeld der platzierten Werbung besonders entscheidend für den Erfolg einer Kampagne. Werbetreibende sollten sich daher genau überlegen, welche Art der Werbung zu ihnen passt und wo sie diese platzieren können. Sie sollten eine passende Plattform zum eingesetzten Medium verwenden und darauf achten, dass Besucher die gleiche User Experience haben wie bei anderen Inhalten der Seite. Des Weiteren sollten bereits im Voraus Metriken zur Erfolgsmessung festgelegt werden und darauf geachtet werden, dass die Inhalte dezent als Werbung der Firma gekennzeichnet sind.


Letzte Woche ging es um Mobile Marketing, im nächsten Teil unserer Blogreihe der Online Marketing Trends 2015 erfahrt ihr alles Wissenswerte zum Thema Video-Marketing.