#OMK16 – macht wieder richtig gute Kampagnen

Das freiwillige Schulbankdrücken – Recap zur Online Marketing Konferenz 2016

Die Online Marketing Konferenz #omk16 hat wieder zum angeregten Austausch von Entwicklungen und Ideen der Digitalen Marketing Branche eingeladen. Über 600 Teilnehmer, bestehend aus 1/3 Inhouse Marketing und 1/3 Agenturen, fanden sich in Lüneburg zusammen und konnten gemeinsam in lockerer Uni Atmosphäre die Sessions besuchen und sich fortbilden.
conversion optimierung omk online marketing konferenz session
Ein Thema war die Conversion Optimierung, welche im Thema Growth Engineering zentrales Thema war.
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SEO, Social Media und Nähkästchen Geplauder kamen in den Veranstaltungen nicht zu kurz.
omk2016 lüneburg erfolgreiche konferenz bild foto
Die Veranstaltung fand in der Leuphana Universität in Lüneburg statt. Organisiert wurde die #OMK16 durch die ortsansässige Agentur web-netz. Vielen Dank an dieser Stelle für die nette Atmosphäre!

Macht mehr als nur Kampagnen – macht Spaß!

So oder so könnte das allgemeine Fazit heißen. Damit Werbung wieder dem Werben um den Kunden entspricht, sollte diese dem Nutzer auch gefallen können. Ein gewisser Überdruss macht sich da nicht nur bei den Verbrauchern breit – sondern auch bei den Marketing Spezialisten. So äußert sich Oliver Busch von Facebook:

Lasst uns wieder richtig schöne Werbung machen!

Dazu gehöre der richtige Anspruch, „ein bißchen Change reicht nicht.“
Was wir genau aus den einzelnen Seminaren mitnehmen konnten, findet Ihr in den einzelnen Recaps.

Programmatic Creativity – Concept & best-practice

Oliver Busch von Facebook sieht das Online Marketing aus der anderen Perspektive – er will guten Content haben damit die Leute auch weiterhin das Netzwerk besuchen. Seiner Meinung nach fehle es den meisten Kampagnen an Kreativität und das Verkaufen stünde im Vordergrund. Dabei sei es wichtig Relevanz für den Menschen hinter der Conversion zu schaffen anstatt sofort an Remarketing, Retargeting und Multichannel zu denken. Denn nach dem Erfolg steht langfristig das Image.
Des weiteren seien immer noch mobile Kampagnen weit unterschätzt – egal wo der Mensch sich gerade aufhält: bei Werbung vorm Fernseher, in der Straßenbahn, bei Wartezeiten, etc. holt sich der Nutzer sein Smartphone raus. Dieses Potential muss genutzt werden!

Als Referenz für gelungene kreative und dabei erfolgreiche Kampagnen führt er die TopShop Werbekampagne an. Hierbei wirbt das in London asässige Unternehmen mit „Jetzt auch in deinem Ort…“. In 60.000 Städten europaweit wurde die Kampagne für den Online-Shop ausgespielt. Ein weiteres gelungenes Beispiel sei Tchibos „Black & White“ Kampagne die durch verschiedene Segmentierungen eine starke Zielgruppenrelevanz erzielte.

Einzigartige Markenerlebnisse im Online-Marketing

Speaker – Prof. Dr. Dieter Georg Herbst – Universität der Künste Berlin
Um den Kunden zu erreichen, sollte jeder Händler wissen, dass das Kaufverhalten immer abhängig von Situation und dem aktuellen Gefühl ist. Ein Beispiel für spezifisches Verhalten ist das Kaffeetrinken: morgens trinken zum wach werden, bei Meetings dient die Kaffeepause dagegen um sich zu entspannen.

Damit ein Kaufwunsch entsteht, sollten Emotionen ausgelöst werden um das Interesse zu wecken. Ein Beispiel für emotionsauslösende Werbung ist die Kampagne der Allianz Versicherung: Jemand schneidet sich in den Finger und sucht nach Schutz und Hilfe. In der praktischen Umsetzung bei Social Media Plattformen werden Ads derart ausgespielt, dass diese dem Nutzungsverhalten und Interesse des Users entsprechen.

SEO Standards neu gedacht – Anpassungen bestehender Strukturen

In Sachen SEO möchten wir die Session von Anke Probst/ XING zusammenfassen. Sie beschrieb das häufig Probleme bei der Suchmaschinen Optimierung daran liegen, dass viele coole Ideen oftmals keinen oder wenig Ressourcen gegenüberstehen. Ein weiteres weit verbreitetes Problem: zu hohe Erwartungen an die Umsetzungen von Maßnahmen (z. B. durch den Geschäftsführer aber auch seitens Klienten).

Damit aber auch ein paar Kniffs und Tricks mit auf den Weg kommen, erklärte sie folgende Lösungen, welche bei XING angewandt werden:

Case 1: Bilder SEO

  • Bei XING kommt der meiste Traffic über die Personensuche
  • Daher ist das XING-Profilbild enorm wichtig, jedoch werden diese oft von Scrapern kopiert
  • Bildgröße ist wichtig für Google, daher wurde der Fokus auf das größte Bild (größte Auflösung) gesetzt und dieses per schema.org gekennzeichnet

Case 2: Crawling-Probleme

  • Bei XING kann der Nutzer die Auffindbarkeit seines Profils durch Suchmaschinen aktivieren/deaktivieren
  • Änderungen traten aber nur sehr langsam auf, teilweise erst nach mehreren Wochen
  • Eine Lösung wurde gefunden durch ein Indexmanagement und eine neue clevere SitemapStruktur

Daher die Tipps von Anke Probst: Einfach mal etwas Neues machen, nicht nur die üblichen Maßnahmen. Unbedingt mit Frameworks arbeiten um die Aufwände und deren Effekte den Entscheidern besser erklären zu können.

Von der Suche zur Konversion: Listenseiten im eCommerce und noch etwas mehr

Jens Fauldrath von takevalue Consulting gab seinem Publikum einen Leitspruch mit auf den Weg: Optimiere immer für den Nutzer, nicht für die Suchmaschine. Mit dieser Grundaussage steht der Mensch im Fokus – denn er ist es der Deine Website nutzt und er ist es auch, der im Shop Zeit verbringt und am Ende kauft. All der Traffic nützt nichts, wenn keiner kauft und am Ende kostet dies bares Geld. Seiner Aussage nach gehören daher UX und SEO unbedingt zusammen. Fokussiert hierbei auf den Menschen und nicht nur auf Rankings und Traffic.

Ihr wollt euer Gehalt doch auch in Geld, nicht in Form von Rankingtabellen!

Dies bedeutet in der Umsetzung, dass eine gute Nutzerführung im Mittelpunkt stehen muss mit einer einfachen Struktur und schnellem Zurechtfinden. Ständige Fragestellung muss daher lauten: bin ich hier richtig? Bedient die Seite die Suchintention? Runterbrechen kann man das Ganze auf folgendes Zitat:“ Keep it simple and stupid.“ Weitere Guidelines:

  • User mögen Scrollen, das ist leicht – Tabs vermeiden!
  • Filter sind oft wichtiger als die Produkte selber
  • die Produkte auf der Listenseite passen eh fast nie
  • die Landingpage im eCommerce sollte in den meisten Fällen eine Art „Ratgeber mit Produktintegration“ sein und dem Nutzer Spaß machen

Erst Facebook, dann Webseite, dann App – Generierung von Reichweiten über Social Media am Beispiel von HEUTE IN HAMBURG

Patrick Henke von „Heute in Hamburg“ gab Aufschluss wie Reichweite durch digitale Präsenzen getestet und aufgebaut werden kann. Im Aufbau von „Heute in Hamburg“ zeigte sich für ihn, dass Social Media Kanäle wie Facebook sich sehr gut zum Testen eignen, ob ein Produkt überhaupt ankommt oder kein Publikum findet. Und dies ohne großen (finanziellen) Aufwand. Ist der Testlauf auf den Social Media erfolgreich und wird von den Leuten angenommen, ließe sich auf diesen Werten und Erkenntnissen aufbauen. So hatte HEUTE IN HAMBURG zu Beginn nur eine Facebook-Seite, welche jedoch sehr erfolgreich lief. Aufgrund dieses Erfolges entstand dann in Folge die Website und später sogar die App.

Nach dem selben Schema wird jetzt ein Expansionsversuch gestartet mit HEUTE IN KÖLN – wieder nur als Facebook-Page.

Growth Engineering – 5 Kernfaktoren für mehr Wachstum

In diesem Abschnitt geht es um nichts als Conversion Optimierung. Hierzu gibt Gabriel Beck von Web Arts seine Tipps. Zur Erläuterung: Web Arts ist eine 50 Personen stark aufgestellte Agentur, die nichts anderes als Conversion Optimierung macht. Sie sind also absolute Experten und die Kniffs darf man gerne versuchen.

Sein erster Tipp zum Thema war, dass man erst das Prinzig verstehen muss, bevor man ans Skalieren geht. Ganz wichtig sei dies bei A/B Tests, da die ersten Ergebnisse nicht unbedingt die Realität widerspiegeln müssen.
Seine 5 Kernfaktoren für mehr Wachstum sind daher:

1) Man muss die Nutzerziele verstehen. Was ist das Ziel des Kunden? Hiernach muss die Wachstumsstrategie entwickelt werden. Ideen müssen hierauf ausgerichtet sein und folgende Prinzipien verstanden sein. Wie schon zuvor plädiert auch Gabriel Beck dass wir für den Menschen optimieren. Was bedeutet, dass man den Mensch und sein Entscheidungsverhalten verstehen muss.
2) Unbedingt Priorisierung bei Ideen. Wenn mehr Ideen als Ressourcen vorhanden sind, muss man die eine Million Euro Idee entdecken.
3) Beim Testen unbedingt die Entwicklung über Wochen oder gar Monate abwarten und nicht bereits nach wenigen Tagen urteilen. Diesen Prozess immer wieder optimieren.
4) Relaunch wird zum bösen „R“-Wort: Optimierung sei in den meisten Fällen besser als ein Relaunch und dreiviertel der Kunden seien nach eben diesem unzufrieden. Warum? Weil zumeist soviel geändert wird, dass man nicht mehr nachvollziehen kann woher welcher Effekt kommt und man im Dunkeln tappt.
5) Letzter Tipp: Optimierungen seien hier zu bevorzugen, das sie genau zeigen welche Maßnahme welchen Impact erbracht hat.

Eindrücke der Online Marketing Konferenz 2016

Bildnachweis
Videos: youtube.com

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