Laut, bunt, originell – worauf es bei Marketingkampagnen heute ankommt

Augmented Reality am Eisbecher, die Wiederauferstehung der Vinylplatte und 1600 Pandas zum Anfassen – Marketingkampagnen werden bunter

Welche Marketingkampagnen überzeugen mit einer originellen Idee? Was ist das Besondere an aufwendigen Kampagnen, die das Produkt manchmal nur noch im Hintergrund bewerben? Und investieren Firmen ihr Geld eigentlich automatisch sinnvoll, wenn sie teure Kreativkampagnen in Auftrag geben? Das hat sich auch unser Onlinemarketingteam gefragt und gibt Antworten im heutigen Blogbeitrag.

Im Marketing geht’s bunt zu

Unternehmen setzen mehr und mehr auf originelle und aufwendige Werbung. Vorbei sind die Zeiten, in denen Produkte langweilig vorgestellt werden – geworben wird heute mit umfassenden Marketingkonzepten, die oft auch crossmedial angelegt sind und sich im besten Fall durch Originalität und Witz ganz von selbst verbreiten. Berühmtes Beispiel ist Coca-Cola: Der Konzern wendet sich in seinem Gesamtkonzept „Lebensfreude“ gerade besonders der Freundschaft zu, lässt Schaukeln in großen Städten anbringen und verzichtet sogar darauf, das eigene Logo wie früher prominent auf dem Produkt zu platzieren – da steht jetzt gleich der Name des Kunden. In solchen breit angelegten Werbestrategien tritt das eigentliche Produkt in den Hintergrund – und das klappt, weil Platz wird für ein überspannendes Dachkonzept.


Mit Kreativkampagnen kommen Firmen gut an. Je bunter, desto besser!

Mit Kreativkampagnen kommen Firmen gut an. Je bunter, desto besser!

Man merkt: Im Bereich des Marketing hat sich den letzten Jahren nicht zuletzt durch Onlinemarketing ein spannender Richtungswechsel vollzogen. Immer beliebter wurde auch das sogenannte Guerilla-Marketing, das man etwa seit den 80er-Jahren kennt: Gemeint sind ungewöhnliche Marketingmethoden, die direkt in der Lebenswelt des Konsumenten stattfinden, durch die Art ihrer Umsetzung häufig aber sehr günstig sind. Wenn man eine zündende Idee hat, erreicht diese Art von Marketing die Zielgruppe besonders schnell. Denn gutes Guerilla-Marketing kann einen starken viralen Effekt erzielen. Mund-zu-Mund-Propaganda, das Teilen von Fotos im Internet – gute Kampagnen finden ihren Weg zum Kunden fast wie von selbst, was Geld spart. Das einzige Risiko: Wenn Marketing zu lustig, zu schrill, schlichtweg zu abgefahren wird, entfernt sich die Kampagne schnell vom Produkt. Dann steht für einen Kunden der Witz im Vordergrund, aber die Verknüpfung mit der Marke findet nicht mehr statt.

Aber auch sonst tut sich im Marketing in den letzten Wochen und Monaten eine ganze Menge. Wir stellen einige besonders ungewöhnliche Ideen vor …

1600 Pandas auf Deutschlandtour – Naturschutz in Niedlich

Genau 1600 Pandas leben weltweit noch in Freiheit – die Tiere gehören zu den Arten, die besonders stark vom Aussterben bedroht sind. Zu seinem 50. Geburtstag hat der WWf daher beschlossen, eine große Aktion zu starten, mit der auf das Schicksal seines Wappentieres hingewiesen werden soll: 1600 Pandaskulpturen reisen für zwei Monate durch 25 große deutsche Städte. Marketing vor Ort, das wohl auch mit dem Niedlichkeitsfaktor überzeugen kann.


Absichtlich altmodisch: Wie man mit Vinylplatten CDs verkauft

EEs gibt unglaublich viele Songs unglaublich vieler Musiker bei unglaublich vielen Musiklabels – kein Wunder, dass Zeitungen, Agenturen und andere potenzielle Promopartner mit CDs überhäuft werden. Viele landen ungehört im Papierkorb. Damit es dem Musiklabel Kontor Records aus Hamburg nicht auch so ergeht, haben diese sich zurück auf etwas Altes besonnen und eine ihrer Musikproben einfach als Vinylplatte verschickt. Und damit die Empfänger die Musik auch abspielen können, war der Plattenspieler gleich dabei.


Augmented Reality versüßt die Wartezeit

Kaum jemand hat wirklich Lust, zwei Minuten zu warten, bis er ein geöffnetes Eis endlich essen darf. Da verzichtet man lieber auf den perfekten Geschmack und schlägt gleich zu. Das wussten auch die Marketingexperten bei Häagen-Dasz und entwarfen eine Möglichkeit, wie Kunden sich die zwei Minuten, die Häagen-Dasz-Eis braucht, um weich zu werden, optimal versüßen können. Jeder Eisbecher kommt nun mit integriertem Violin- oder Cello-Konzert. Was sich Augmented Reality nennt, macht eine App ganz einfach möglich.




Häagen-Dasz nimmt die Gelegenheit übrigens wahr, um seine Kampagne noch mit etwas anderem zu verbinden, was bei Kunden immer gut ankommt: Charity. Für jeden Nutzer, der sich die App mit dem Namen „Häagen-Dasz Concerto“ herunterlädt, spendet das Unternehmen 5 Dollar für den Schutz der Honigbiene, insgesamt bis zu 75.000 Dollar.

Alles überflüssig? 20 bis 40 Prozent des Marketingbudgets werden verschwendet


Seit Onlinemarketing immer wichtiger wird, ist der Markt in dauernder Bewegung. Doch bei all diesen Änderungen glauben Experten trotzdem: Marketingbudgets werden (zumindest im Onlinemarketing) oft nicht sinnvoll investiert. So lautet nämlich das Urteil einer Studie, die vor Kurzem bei Eprofessional veröffentlicht wurde. Befragt wurden Onlinemarketing-Experten, von denen fast jeder Dritte (nämlich 31 Prozent) der Meinung war, dass 20 bis 30 Prozent des Budgets sinnlos ausgegeben wird. Immer noch 20 Prozent schätzen den verschwendeten Teil des Budgets sogar auf 30 bis 40 Prozent.

Die Ursache der Verschwendung seien der Studie zufolge verschiedene Gründe. Das Fehlen einer ganzheitlichen Betrachtung erhobener Kennzahlen sowie Kampagnen- und Kundendaten steht mit den meisten Nennungen (60,5 Prozent) auf Platz eins, Platz zwei belegt die lückenhafte Erfolgsmessung (50,6 Prozent), und fast gleichauf – auf Platz vier und fünf – liegen mangelnde Kenntnisse über Möglichkeiten, Kanäle und Technologien bei den Entscheidern (48,7 Prozent) sowie eine fehlende Dachstrategie (47,4 Prozent).

Was also ist zu tun? Den Rotstift ansetzen und das Budget kürzen? Sinnvoller ist es, eine Kampagne von Anfang an effektiv zu planen. Denn Erfolg und Misserfolg lassen sich beim Marketing auf eine einfache Formel bringen: Geld wird sinnvoll investiert, wenn die gewünschten Ziele auch erreicht werden. Wer sein Marketingbudget also fruchtbar investieren will, muss schon mit dem Entwurf seiner Kampagne Ziele festlegen, an denen der Nutzen am Ende gemessen werden kann. Onlinemarketing braucht daher ein umfassendes Marketingkonzept, das moderne Kanäle in die Planung miteinbezieht und auch fürs Tracking der Ergebnisse sorgt. Dann spart man sich auch den Rotstift.