Pinterest – was steckt hinter dem Hype?

Über Pinterest wurde in den letzten Monaten viel gesprochen. Mittlerweile hat die Plattform fast 20 Millionen Nutzer – und hängt nach einer neuen Studie von shopify in Sachen Umsatzsteigerung nahezu alle anderen sozialen Netzwerke ab.

Pinterest – visuell verkaufen

Von Pinterest in den Shop - Bildquelle: shopify.com

Das Prinzip von Pinterest ist so einfach wie genial: Nutzer pinnen favorisierte Fotos auf ihre virtuellen Pinnwände. Diese können dann von anderen geliked, kommentiert und geteilt werden. Aus Unternehmersicht ist dieses virale Potenzial von Kampagnen extrem attraktiv, stellt in der Umsetzung aber auch hohe kreative Anforderungen ans Produktmanagement und die Marketing Teams. Bei der Fülle von Bildern kann es je nach Branche schwer werden, unter den Bildern der Konkurrenz hervorzustechen – kann man aber mit kreativen Ideen und Mehrwert für die Nutzer punkten, bietet sich mit Pinterest ein äußerst lukrativer Online Marketing Kanal. Außergewöhnliche Produktbilder verbreiten sich hier schnell und damit einhergehende Follower können mit weiterem Engagement zu Conversions auf der eigenen Shop Seite bewegt werden. Die potentiellen Käufer, die über Pinterest in die Online Shops der Unternehmen und Marken gelangen, erwiesen sich bislang nach der Studie von shopify als äußerst Kaufstark – der Warenkorbwert eines Pinterests Nutzers betrug im Durchschnitt 80$. Im Vergleich zu einem Besucher via facebook mit einem Durchschnittswert von 40$ lässt sich das Potenzial visuellen Marketings bei Pinterest also auch in harten Zahlen wiederfinden.

Mit Pinterest Brand Awareness generieren

Pinterest: Branding und Targeting - Bildquelle: shopify.com

Ausgefallene Produktfotos verstärken das Kaufverlangen der Betrachter und können daher auch zur Steigerung der eigenen Brand Awareness hervorragend eingesetzt werden. Zudem bietet Pinterest die Möglichkeit, User Generated Content zu viralen Marketingzwecken einzusetzen. Hierzu kann man etwa bestimmte Themenboards erstellen und User auffordern, dort themenrelevante Lieblingsbilder zu pinnen. Gewinnspiele und andere Anreize können hierbei das Engagement der User positiv beeinflussen.

Bild ist nicht gleich Bild – Storytelling auf Pinterest

Der Erfolg von Pinterest ist aus verkaufspsychologischer Sicht auf die Darstellung emotionaler Inhalte durch ästhetische Fotografien zurückzuführen. Anders als beispielsweise im Prospekt oder eingebunden in den Online-Shop spricht das Bild hier für sich – und weckt im Idealfall den sogenannten Haben-Wollen-Effekt. Auf Pinterest kann dieser Effekt ohne Umwege generiert werden – kein Wunder, dass Pinterest im Vergleich zu twitter trotz der kleineren Anzahl an Nutzern dieselbe Quote in die Shops lockt.

Pinterest bietet Unternehmen die Möglichkeit, Bilder sprechen zu lassen und Nutzer auf diesem Wege direkt in den Shop zu holen. Neben guten Bildern bietet sich durch die Erstellung von spezifischen Themenboards zudem an, attraktive Aktionen mit ansprechenden Bildern zu verknüpfen – die ideale Kombi für virales Marketing. Bei dem Hype um Pinterest ist allerdings im Auge zu behalten, dass sich die Plattform bis jetzt nur auf dem US-Markt dermaßen profitabel gezeigt hat. In Deutschland beispielsweise nutzen bislang etwa nur rund eine halbe Million Menschen den Bilderdienst – im Vergleich zu den Nutzerzahlen von facebook mit aktuell 23,7 Millionen deutschen Nutzern ist Pintererst hierzulande damit eine kaum sichtbare Plattform. Pinterest ist als Online Marketing Kanal also kein Muss – allein für Unternehmen mit dem Schwerpunkt auf visueller Vermarktung ihrer Produkte bietet die Plattform allerdings schon jetzt eine große Chance, ihre Fanbase aufzubauen bzw. diese zu vergrößern.

Weitere Beiträge aus dem Bereich