Schnell ein AdWords-Konto registrieren, ein paar Keywords einbuchen und sich dann über viele neue Bestellungen im Shop freuen – so leicht, wie sich manche Werbetreibende die Nutzung von Google AdWords vorstellen, ist es leider nicht. So mächtig die bezahlten Anzeigen in der wichtigsten Suchmaschine Deutschlands auch sind, wer gravierende Fehler bei Einrichtung und Optimierung des Kontos macht, zahlt schnell drauf.

Wir verraten Ihnen die 7 AdWords-Todsünden, die Sie unbedingt vermeiden sollten:

1 | Totales Chaos statt durchdachte Struktur

Schon beim Start des AdWords-Kontos kann man in die erste große Fall tappen: Wer sich keine Gedanken darüber macht, wie er seine Kampagnen, Anzeigengruppen und Anzeigen strukturieren will, erschwert sich Optimierungen und Anpassungen im laufenden Betrieb. Nur mit einer sinnvollen Grundstruktur können Budgets optimal verwaltet, Anzeigen getestet und passende Keywordsets geschaffen werden.

Unser Tipp: Strukturieren Sie schon bei der Einrichtung Ihres Kontos Kampagnen und Anzeigengruppen sinnvoll. So behalten Sie auch dann den Überblick, wenn das Konto größer wird und die Anzahl der Kampagnen wächst.

2 | Keyword-Flut statt Recherche

Bei Google AdWords denken viele Werbetreibende: „Viel hilft viel!“ Mit Erstellung des Kontos wird ein Maximum an Keywords eingebucht, um auch noch den letzten Suchenden zu erreichen, der irgendwie mit dem eigenen Produkt zu tun hat. Dabei kommt es zu einem stark erhöhten Streuverlust: Unspezifische oder zu weit gefasste Keywords sorgen für unnötige Impressionen, was sich gleich doppelt negativ auswirkt: Im besten Fall ist die Anzeige nicht relevant, was für eine sinkende Click-through-Rate sorgt und dem Qualitätsfaktor schadet. Im schlimmsten Fall klickt der Suchende trotzdem, hatte aber nie wirkliches Interesse am Produkt. Es entstehen überflüssige Kosten.

Unser Tipp: Wählen Sie relevante, wenn möglich spezifische Keywords für Ihre Anzeigen aus. Zwar darf zu Testzwecken auch mal etwas breiter gestreut werden, die Performance solcher Keywords sollte aber im Auge behalten werden.

3 | Mangelhafte Aussteuerung

Wer seine Kampagnen gedankenlos immer und überall schaltet, wo das Suchwort auch nur halbwegs passt, verschwendet eine Menge Geld. Mangelnde Aussteuerung sorgt – ebenso wie die fehlende Keywordrecherche – für einen Anstieg des Streuverlustes. Regionale Firmen sollten auch nur regionale Anzeigen schalten, saisonale Angebote sollten nicht das ganze Jahr über laufen.

Unser Tipp: Schließen Sie Personenkreise aus, die nicht zu Ihrer Zielgruppe gehören. Das kann zum Beispiel über Ländereingrenzungen oder Aussteuerungen zu bestimmten Uhrzeiten oder Wochentagen geschehen. Überlegen Sie sich, wann Ihre Zielgruppe online ist, und schneidern Sie Ihre Kampagnen dementsprechend.

4 | Falsche Anzeigentexte

Schnell ein paar Worte getippt, zum Shop verlinkt, dann können die Klicks ja kommen. Noch immer finden sich bei Google Massen an Anzeigen, die irrelevant, undurchsichtig oder einfach nicht originell genug sind. Sie gehen neben fünf ähnlich klingenden Anzeigen einfach unter. Wer sich mit seiner Anzeige gegen die große Konkurrenz durchsetzen will, muss erst auffallen und dann überzeugen. Das ist nicht immer so einfach, wie es sich anhört.

Unser Tipp: Lernen Sie, wie man gute Anzeigentexte schreibt. Dazu gibt sogar Google einige hilfreiche Tipps. Und vergessen Sie nicht, Anzeigen gegeneinander laufen zu lassen. Nur wer testet, erfährt, was besser ankommt.

5 | Keine oder unpassende Landingpages

Wer im Anzeigentext Rabatte verspricht oder ein bestimmtes Produkt bewirbt, sollte diese Versprechen auf der Zielseite auch einlösen. Nutzer, die nach dem Klick auf eine Anzeige einfach nur auf der Startseite Ihres Shops landen, haben oft den Eindruck, dort falsch zu sein. Ihre Erwartungen werden enttäuscht. Kein Wunder, dass sie in Sekundenbruchteilen schon wieder zurück bei der Google-Suche sind, um den nächsten Link zu versuchen. Mit der falschen Landingpage fehlt Ihrem Shop der Anschluss an die Anzeige.

Unser Tipp: Wählen Sie thematisch passende Kategorieseiten aus oder setzen Sie nach und nach dedizierte Landingpages für Ihre Anzeigengruppen um. Je besser die Landingpage zum Anzeigentext passt, desto größer die Chance, dass der Nutzer bleibt und zum Kunden wird.

6 | Viele Klicks, aber keine Conversion

Hohe Click-through-Rates (CTR) können doch nur gut sein – immerhin zeugen sie von guten Anzeigentexten, die Lust zu klicken machen, und erhöhen den Qualitätsfaktor. Trotzdem sollte man nicht allein auf Klicks optimieren, denn fehlt nach dem Klick regelmäßig der Abschluss, zahlen Sie für Traffic, ohne Nutzen zu haben.

Unser Tipp: Optimieren Sie nicht nur auf viele Impressionen und eine gute CTR. Binden Sie Tracking Tools wie Google Analytics ein und erfahren Sie, welche Klicks hinterher wirklich zum Erfolg geführt haben.

7 | Den Account allein lassen

Wenn Kampagnen, Anzeigengruppen und Anzeigen einmal perfekt eingerichtet sind, die maximalen Klickpreise feststehen, CTR und Conversion Rate sich sehen lassen können, kann man das AdWords-Konto einfach sich selbst überlassen, denken sich manche Werbetreibende. Das regelt sich schon von alleine. Damit liegen sie leider völlig falsch: Ohne regelmäßiges – im besten Fall (mehrfach) tägliches – Monitoring, ohne Gebotsanpassungen, regelmäßige Tests und Anpassungen des Keywordsets sinkt selbst die Performance eines gut eingerichteten AdWords-Kontos schnell ins Bodenlose.

Unser Tipp: AdWords ist kein Selbstläufer. Mit wachsender Konkurrenz steigen Klickpreise, ändern sich die Wünsche der Kunden, wird das Angebot Ihres Wettbewerbes vielleicht größer. Behalten Sie die Performance Ihrer Anzeigen im Auge und gehen Sie der Sache auf den Grund, wenn gut laufende Anzeigen plötzlich schlechter werden.

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