Social Media Commerce

Facebook vs. Google+ und die Frage nach der Effizienz

Ein Kernelement des Social Commerce ist die Empfehlung und Verbreitung von Produkten und Dienstleistungen im Netz und speziell in sozialen Netzwerken. Webshops können ihren Kunden verschiedene Optionen bieten um Inhalte mit ihrem persönlichen Netzwerk von Facebook Freunden, Twitter Followern und Google+ Kontakten zu teilen.

Bereits seit einiger Zeit gelten Social Plugins als das Maß aller Dinge und haben zu einem enormen Traffic-Zuwachs bei den Webshops gesorgt. Dies ist auch weiterhin gültig und wird in den kommenden Monaten und Jahren vermutlich noch weiter steigen. Beachtlich ist jedoch, dass bei den meisten Webshops und Websites der kombinierte Referral Traffic von Google+, Twitter und anderen Social Bookmark Diensten, nur einen Bruchteil des Facebook Referral Traffics ausmachen. Dieser Fakt ist zwar nicht wirklich überraschend, da Facebook die mit Abstand am häufigsten und längsten besuchte Website im Internet ist und einen dementsprechend massiven Reichweitenvorteil gegenüber seinen Wettbewerbern besitzt.

Betrachtet man die Situation jedoch losgelöst vom Traffic, besitzt zukünftig vor allem der +1-Button ein sehr großes Potenzial. Hier liegt der Vorteil klar bei Google bzw. Google+.

Produktempfehlungen in der Google Suche anhand +1 Klicks
Google+ Nutzer – deren Anzahl schon allein dadurch immer weiter zunehmen wird, da Google seit kurzem bei der Anmeldung eines Google-Nutzerkontos automatisch auch ein +1-Profil einrichtet – können mittels des +1-Buttons Inhalte und Produkte in ihrem Stream veröffentlichen, oder lediglich ein „+1“ für den jeweiligen Content vergeben. Wie so oft bei Google+ kommt hier die organische Google Suche ins Spiel.

Aktive und passive Kaufempfehlungen in Sozialen Netzwerken
Um dies an einem konkreten Falbeispiel festzumachen: Sucht ein Nutzer etwa nach einem neuen Smartphone auf Google und ist gleichzeitig bei Google+ eingeloggt, bekommt er automatisch angezeigt, welche seiner Google+ Kontakte für das entsprechende Produkt ein +1 vergeben haben. Somit kann Google+ direkten Einfluss auf die Kaufentscheidung nehmen. Zudem ist dieser Klick auch langfristig für den Nutzer einsehbar, während das empfohlene Produkt im Stream schnell durchläuft, bleibt der einmal getätigte „+1“-Klick in der Suche dauerhaft verankert.

Demgegenüber spielen Interaktionen zwischen Facebook Freunden bei der Suche nach Produkten bisher nur eine sehr untergeordnete Rolle. Bei Facebook läuft das Empfehlungsmanagement nicht automatisiert, sondern kann vielmehr als persönlicher Prozess erachtet werden, bei dem der einzelne Nutzer seinen Freundeskreis aktiv befragt und in seine Kaufentscheidung miteinbezieht.

Landet man auf einer Produktseite mit einem „Gefällt mir“-Button, setzt der gleiche Effekt wie beim „+1“-Button ein, nur eben einen Schritt später. Vielleicht wurde der Kunde jedoch schon bei den Suchergebnissen in der organischen Google Suche durch die etwaig vorhandene „+1“-Informationen beeinflusst und sieht gar nicht, dass im anderen Shop fünf seiner Freunde ein Produkt „gefällt“?

Reichweite und Zuwachsraten – Facebook bleibt der Platzhirsch
In Sachen Reichweite und Verbreitung liegt Google+ noch deutlich hinter Facebook zurück, wobei die bisherigen Zuwachsraten durchaus beeindruckend sind. In den in der letzten Woche veröffentlichten Google+ Nutzerzahlen (zum 31. Dezember 2011) spricht Google von mittlerweile über 90 Millionen angemeldeten Nutzern. Allerdings muss hier zwischen den genannten Zahlen klar differiert werden, da Google von den Gesamtnutzerzahlen spricht, während Facebook grundsätzlich nur die Zahlen seiner aktiven Nutzer veröffentlicht.

Und hier liegt bisher und höchstwahrscheinlich auch in der nahen bis mittleren Zukunft der große Unterschied zwischen den beiden Netzwerken – die Aktivitätsraten sind einfach komplett konträr. Während Facebook von den meisten Nutzern fast schon exxzessiv verwendet wird, liegt die durchschnittlich bei Google+ verbrachte Zeit überaus deutlich darunter. Betrachtet man aktuell Web-Shops, die sowohl den „Gefällt mir“ -, als auch den +1-Button integriert haben, liegt die Anzahl der „Gefällt mir“-Klicks meist deutlich über der des +1 Buttons.

Empfehlung: Das gesamte Spektrum an Social Plugins integrieren
Daher sollten Shopbeteiber nicht nur auf das Eine oder andere Plugin setzen, sondern eine möglichst breite Palette an SWYN-Funktionen (Share with Your Network) integrieren. Aber Vorsicht: Bei der immer noch ungeklärten rechtlichen Situation in Bezug auf den Datenschutz sollte die Social Plugin Integration mittels einem einmaligen Opt-In erfolgen. Damit verschaffen Sie sich mittelfristig einen Wettbewerbsvorteil, da Sie bei sich ändernder Rechtslage nicht erst reagieren müssen und auch vorher keine Abmahnung eines Wettbewerbs riskieren.

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Beitragsbild: © pixabay.com

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