Onlineshop Relaunch – Wie geht’s richtig?

So wird der Neustart Ihres E-Commerce zum Erfolg!

Modernes E-Commerce unterliegt ständigen Veränderungen. Hierzu gehören Software- und Sicherheitsupdates, Änderungen der Anforderungen an das Shopsystem und der jeweiligen Prozesse sowie User Experience und das Design. Auf kurz oder lang heisst es daher für jeden Onlineshop-Betreiber, dass ein Relaunch anstehen wird. Dieser birgt jedoch oftmals große Gefahren, welche konzeptionell so früh wie möglich erkannt und abgefangen werden sollten, um ein böses Erwachen zu vermeiden.

Festlegen der Anforderungen an die neue E-Commerce Software

Zu allererst sollte ein Anforderungskatalog erstellt werden in welchem alle benötigten Module & Funktionen festgehalten werden. Dies kann bspw. auf eigene Faust oder in einem Workshop mit der Agentur geschehen. Das Dokument sollte ggf. eine Priorisierung nach „Must Haves“ und „Nice To Haves“ enthalten, so dass bei individuellen Anpassungen der Kosten-Nutzen-Faktor so exakt wie möglich abgeschätzt werden kann. Danach folgt die Auswahl der geeigneten E-Commerce Software und erste Schritte Richtung Onlineshop-Relaunch können unternommen werden.

Shop-Design: Individuell oder fertiges Template?

Nachdem ein geeignetes Shopsystem feststeht, geht es nun langsam aber sicher an die Umsetzung. Grundsätzlich steht in Sachen Optik immer die Frage im Raum, ob man sich für ein fertiges Design-Template entscheidet oder ein Template selbst entwickelt. Der Vorteil der Eigenentwicklung liegt darin, dass die Bedürfnisse des Kunden in Sachen Screendesign und Usability zu 100% umgesetzt werden können, diese jedoch verständlicher Weise auch einen gewissen Mehraufwand durch die vormalige Erstellung von Wireframes, UX-Konzepten und der eigentlichen Frontend-Programmierung mit sich.

Für kleine bis mittlere Shops eignet sich oftmals der Einsatz fertiger Templates, welche an das Corporate Design angeglichen werden und lediglich einiger Anpassungen unterzogen werden sollten. Parallel zum Aussehen können bereits erste Module und Funktionalitäten mitentwickelt, konfiguriert und getestet werden, welche im späteren Onlineshop vorhanden sein sollen.

Einrichtung einer geeigneten Entwicklungsumgebung

Hierbei gilt es darauf zu achten, dass die Entwicklungsumgebung dem späteren Produktiv-System nachempfunden wird. Dazu gehören bspw. der Abgleich von PHP- und Datenbankversionen sowie installierte Scripte und Funktionen des Servers. Entwicklungstools wie Git, Vagrant und die passende Infrastruktur im Allgemeinen sind gerade beim Einsatz von Teams unerlässlich, damit es zu einer produktiven Zusammenarbeit untereinander kommen kann. Sofern, wie in den meisten Fällen üblich, die Entwicklungsumgebung über einen von außen erreichbaren Webserver zur Verfügung gestellt werden soll ist es wichtig, dass diese über einen Passwortschutz (htaccess) bzw. das Attribut „noindex“ verfügt, damit in dieser Phase kein Duplicate Content für Google und andere Suchmaschinen erzeugt wird.

Entwicklungsumgebung Design Template Foto Bild IronShark Blog by snapstock

Der Relaunch: Fallstricke, Hürden & Hindernisse vermeiden

Für viele Onlineshop-Betreiber ist der Traffic aus den gängigen Suchmaschinen neben PPC- und Socialmedia-Marketing essentiell für den Verkauf ihrer Produkte. Um auch nach dem Relaunch die teilweise schwierig erkämpften Positionen halten zu können, gibt es eine Reihe an Basics die man beachten sollte. Die Sichtbarkeit und der Traffic nach dem Relaunch können bei einer Missachtung dieser Maßnahmen rapide einbrechen und so ein ganzes Online-Business binnen weniger Wochen zunichtemachen.

E-Commerce Relaunch Checkliste:
  • Sind Weiterleitungen (301 Redirects) der alten an die neuen URL-Struktur eingerichtet und getestet?
  • SEO-Basics beachten! (Bspw.: Bildbenennungen, Title-Tags, Alt-Attribute, Descriptions, interne Verlinkungen usw.)
  • Check der Datenmigration: Wurden alle Daten ordnungsgemäß importiert und abgeglichen?
  • Funktionieren nach dem Launch alle Tracking-Codes? AdWords-Conversion, Analytics, etc.
  • Existiert eine Sitemap?
  • Kann die Seite indexiert werden und ist der Passwortschutz entfernt?
  • Existieren noch Links aus der Entwicklungsumgebung?
  • Funktionieren Schnittstellen und APIs zu ERP- / CRM- oder anderen Systemen wie Markplätzen?

Danach sollte der Bestellvorgang und seine unterschiedlichen Bezahlmethoden in so vielen Varianten wie möglich getestet werden, damit keine Conversions verloren gehen. Je nach Größe und Umfang des Onlineshops geschieht dies per Hand oder mit Hilfe automatisierter Tests wie bspw. Selenium oder ähnlicher Software. Ein Relaunch beinhaltet in den meisten Fällen eine gewisse, unvermeidbare Downtime der Domain. Um keine finanziellen Mittel zu verschwenden, gilt es darauf zu achten, dass PPC Maßnahmen wie Adwords, Facebook-Ads, Bing Ads und Andere für diesen Zeitraum deaktiviert sind, damit kein Besucher versehentlich auf einer Seite landet, die nicht funktioniert.

Monitoring nach Relaunch IronShark stocksnap photo ecommerce shop

Monitoring nach dem E-Commerce Relaunch

Nachdem der neue Shop nun online ist, geht es um die Beobachtung des Nutzerverhaltens, speziell in den ersten Tagen und Wochen. Es gilt sicherzustellen, dass keine unerwarteten Traffic- Einbrüche oder Keyword-Ranking-Verluste dazu führen, dass der Umsatz zurückgeht. Treten häufig 404-Fehler auf, so ist es möglich diese mit Hilfe verschiedener Tools zu analysieren und es gilt diese umgehend zu beheben. Hilfreiche Tools zum Monitoring gibt es viele. Hierzu zählen: Google Search Console, Google Analytics, Piwik, eTracker, Sistrix, Searchmetrics und XOVI, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

FAZIT
Die hier genannten Maßnahmen sind ein wesentlicher Bestandteil, decken jedoch nicht immer alle auftretenden Eventualitäten ab. Je individueller ein E-Commerce Business gestaltet ist, desto umfangreicher sind die Schritte eines Relaunch-Konzeptes und deren Umsetzung.

Über den Autor

Gerrit Sturm ist Geschäftsführender Gesellschafter der Internetagentur Browserwerk GmbH aus Wiesbaden. Die Agentur betreut kleine bis namhafte Unternehmen und Konzerne in den Bereichen E-Commerce, Content Management Systeme, Webentwicklung & Onlinemarketing. Sie ist spezialisiert auf strategische Beratung, Entwicklung, Umsetzung und Vermarktung von E-Commerce Projekten mit PrestaShop.