In der vor kurzem veröffentlichten Studie „Bridge the Commerce/Content Divide“ von Forrester & Acquiawurden 153 Entscheider aus Marketing und E-Commerce in den USA, Frankreich, Deutschland und Großbritannien befragt, wie sie die derzeitige Beziehung von Onlinemarketing und E-Commerce einschätzen.

Dabei stellte sich heraus, dass bei nicht einmal 40 Prozent der Handelsunternehmen E-Commerce und Onlinemarketing eine Einheit bilden (siehe Abbildung 1). Die Bedarfsweckung mittels Content wird folglich komplett unabhängig vom tatsächlichen Kaufprozess betrachtet. Doch ohne transaktionsgetriebenen Traffic sinkt die Conversionrate.

Kreisdiagramm

In 60% der befragten Unternehmen arbeiten IT und Marketing getrennt. (Quelle: acquia.com)

Das „Zwei-Seiten-Syndrom“

Jeder kennt die Redensart „Eine Medaille hat immer zwei Seiten“. Genauso trifft dies auch im Onlinehandel zu. Eigentlich gehören beide Seiten, Entwicklung sowie Marketing, zusammen und doch werden sie sehr oft getrennt voneinander betrachtet. In der Praxis bedeutet das, dass zwei Teams zwar grundsätzlich für eine Sache arbeiten – nämlich, dass der Shop rund läuft und floriert –, gleichzeitig jedoch aufgrund der Aufteilung in Kommunikation und Technik voneinander getrennt sind und keine gemeinsam vereinbarten Ziele verfolgen. In vielen Unternehmen sind sogar zwei verschiedene Agenturen für die Umsetzungen zuständig. Folglich erhöht sich der organisatorische Aufwand, um beide Seiten auf dem Laufenden über die aktuellen Entwicklungen zu halten oder, im schlimmsten Fall, es steigen durch diese mangelnde Kommunikation sogar die Kosten.

Mehr Verkäufe durch Zusammenarbeit

Doch mit Silo-Denken kommt man nicht weit. Über eins sollten sich beide Seiten klar sein: Entwicklung ist die notwendige Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Onlinemarketing. Ohne entsprechende Shopsysteme, Content-Management-Seiten und logische Prozesse ist ein gutes Marketing nicht zu stemmen. Doch genauso wichtig ist es, dass kaufbereite Besucher auf den Shop aufmerksam werden, sich dort zurecht finden, das Gesuchte finden und etwas kaufen. Denn auch der beste Shop mit den tollsten Funktionen verkauft nichts, wenn ihn niemand kennt, niemand auf ihn aufmerksam wird, er keine Informationen für den User zur Verfügung stellt.

Beispiel: 

Die Onlinemarketing-Abteilung möchte in einem Shop die Hersteller- bzw. Markenseiten stärken. Der Hintergrund ist, dem User, der nach „Fossil Uhr“ gesucht hat, schnell und einfach einen Überblick über die verschiedenen Uhren zu geben. Hierzu eignen sich besonders weitere Filtermöglichkeiten wie Silber, Gold, Edelstahl, Lederarmband, Großes Ziffernblatt, Kleines Ziffernblatt etc. Nun entwirft die Marketingabteilung eine umfassende Content-Strategie und rät zur Umsetzung dieser. Der E-Commerce Abteilung wird nun mitgeteilt, es werden weitere Filter im Bereich der Marken benötigt, ohne jedoch die dahinterliegende Content-Strategie umfassend zu erläutern. Die Entwickler erstellen neue Filter-Funktionen, die technisch einwandfrei umgesetzt worden sind, sich jedoch nur bedingt für eine marketingseitige Nutzung eignen, da überhaupt kein Zusammenwirken beider Abteilungen erfolgte.

Management bewertet Zusammenarbeit zu optimistisch

Ein weiteres Fazit der Studie ist, dass die Mitarbeiter der einzelnen Teams den Grad der Zusammenarbeit deutlich niedriger einschätzen als das Management selbst. Vermutlich wünschen sich hier beide Seiten mehr gegenseitige Unterstützung und bessere Nutzung der vorhandenen personellen Ressourcen.

Zukünftiger Wettbewerbsvorteil

Demnach schlummert überall dort, wo beide Strippen, IT und Marketing, bereits öfter zusammenlaufen, enormes Potenzial. Beide Teams entwickeln dort ein besseres Verständnis füreinander und können gemeinsam Lösungen finden, die sowohl technisch gut umsetzbar als auch für das Marketing nützlich sind. Unternehmen, die in Zukunft auf einen kontinuierlichen Wissensaustausch beider Teams setzen, haben damit einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten.

Wir bieten den Full-Service

Wieso gerade uns dieses Thema am Herzen liegt? Als Full-Service Agentur betreuen wir Kunden von der Entwicklung von Webshops, Webseiten und –portalen sowie Apps bis hin zur Vermarktung dieser. Dabei fließen bereits zu Beginn in jedes technische Konzept Marketingaspekte des jeweiligen Projektes mit ein. Auch beim Erstellen von Content-Strategien achtet das Onlinemarketing darauf, möglichst viele technische Aspekte zu berücksichtigen, und spricht mit Entwicklern, wie die Umsetzung bestmöglich gestaltet werden kann.

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