In Paris geht heute die Internetkonferenz LeWeb zu Ende. Besprochen wurden Themen die schon bald in unseren Alltag einziehen werden wie Fitnesstracker, das Bezahlen über mobile Dienste und die Ausweitung der Share-Economy auf immer mehr Wirtschaftsbereiche. Was diese Woche außerdem in der Online Welt passiert ist, erfahrt ihr wie immer in unserem Wochenrückblick.

1. News aus dem Bereich Online-Marketing

Facebook

Facebook führt ab sofort neue Funktionen für Facebookseiten ein. Unternehmen die eine diversifizierte Kundschaft haben können durch Interessen-Targeting ihre Beiträge zukünftig gezielter aussteuern. Weiterhin können Beiträge mit einem Verfallsdatum versehen werden, was für Gewinnspiele oder zeitlich begrenzt geltende Informationen genutzt werden kann. Mit der Überarbeitung der Domain Insights können Webseitenbetreiber nun ihre Top Influencer feststellen. Denn mit der neu gestalteten Seite lassen sich Informationen zu Interaktionen von Nutzern anzeigen, die offenlegen wie viele Klicks durch einzelne Interaktionen entstanden sind.

Youtube

Bisher erfolgte die Überprüfung hoch geladener Videos auf urheberrechtlich geschützte Musik auf der Videoplattform erst nach dem Upload. Dabei konnte es passieren das Videos erst nach ein paar Stunden oder manchmal auch erst nach Tagen gesperrt wurden. Um dieses Ärgernis zu verhindern hat Google den Vorgang beschleunigt und die Analyse findet nun während des Hochladevorgangs statt. Je nach Freigabe des Rechteinhaber kann der Nutzer wählen zwischen einer Stummschaltung seines Videos, zusätzlicher Bannerwerbung deren Erlös an den Rechteinhaber geht oder der Löschung. Auch der Austausch der Hintergrundmusik mit frei nutzbarer Musik soll möglich sein.

Weiterhin testet Youtube den Export von GIF Grafiken aus Videos der Plattform. Die animierten Grafiken dürfen eine Maximallänge von 6 Sekunden haben und können derzeit nur über die Teilen Funktion des PBS Ideas Kanal getestet werden.

Twitter

Mit seinen zugeschnittenen Zielgruppen bietet Twitter seit dieser Woche ein Werkzeug um gezielt Interessenten für Apps zu erreichen. Der ROI von Kampagnen kann gesteigert werden, wenn Anzeigen nicht an bestehende App Nutzer ausgespielt werden, aber an potentielle Kunden die ein ähnliches Profil aufweisen.

Twitter erweitert die Funktionen seiner App-Entwickler Plattform crashlytics. Programmierer können nun Links zu neuen App-Versionen generieren und diese mit einem Medium ihrer Wahl verschicken. Damit müssen sie nicht mehr zwingend über die E-Mailadresse ihrer Tester verfügen um diesen den Testlink zukommen zu lassen. Weiterhin werden Crash Berichte automatisch mit der E-Mail Adresse und dem Namen der Tester getaggt um diese für weitere Fragen zu kontaktieren.

Google

Google hat Version 11 seines AdWords Editors veröffentlicht. Das laut Unternehmenssprechern größte Update seit der Erstveröffentlichung verleiht der Desktop Anwendung ebenfalls die Möglichkeit Massenänderungen an Anzeigengruppen vorzunehmen. Weiterhin wurde die Suchfunktion überarbeitet und das Öffnen verschiedener Kampagnen in mehreren Fenstern ist nun möglich.

Untersuchungen zum Pinguin 3.0 Update des Google Suchalgorithmus zeigen das vor allem schlecht rankende Seiten betroffen waren. Internetseiten die sich unter den Top 10 Ergebnissen befinden wurden nur zu 7,7% von dramatischen Verlusten (Verlust von mehr als 10 Plätzen) erfasst.

Bing

Microsofts Suchmaschine stellt seine Qualitätsansprüche an Content auf 3 Säulen: Autorität, Nützlichkeit und eine angemessene Präsentation. Bei der Autorität setzt Bing auf Verknüpfungen mit bekannten Quellen für ein Fachgebiet. Des Weiteren wird versucht die Nützlichkeit einer Information für den Suchenden einzuschätzen. Die dritte Säule stellt die eingängige und einfache Präsentation der Informationen dar.

2. News aus dem Bereich App-Entwicklung

iOS

Nachdem Apple im Konsumentenbereich mit seinen iOS Geräten nicht mehr wegzudenken ist, versucht das Unternehmen weiter in den Geschäftskundenbereich vorzudringen. Ein Markt der immer noch von Konkurrent Microsoft beherrscht wird und der bei IT Innovationen etwas schwerfälliger reagiert. Da Neueinführungen mit großen Investitionen in Geräte, Schulungen und in die Integration in das bestehende System verbunden sind. Apple hat daher im Juni eine Kooperation mit IBM angekündigt, die Apple den Zugang zu Geschäftskunden ermöglicht und IBM den Sprung auf mobile Geräte. Im Rahmen dieser Kooperation wurden nun 10 Apps veröffentlicht, welche die Branchen Reise, Finanzen, Einzelhandel, Versicherung, Telekommunikation und Regierungen unterstützen sollen. Die Apps kombinieren die Big Data Analyse Kompetenzen von IBM mit den durchdachten Design Entwürfen des Unternehmens aus Cupertino.

Android

Nach dem Verkauf der Mobilfunksparte baut der ehemalige Handyhersteller Nokia seine anderen Bereiche aus. Eine Stärke der letzten Nokia Geräte lag in den eigenen Karten, diese bringt das Unternehmen nun auf andere mobile Betriebssysteme. Zunächst erscheint die Beta Version für Android Telefone. Der wichtigste Unterschied zum großen Konkurrenten Google Maps ist die Möglichkeit Offline-Karten zu installieren, die helfen den Traffic in mobilen Netzen zu senken. Nokia stellt Kartenmaterial für 100 Länder bereit. Eine iOS Version soll im nächsten Jahr folgen.

Mit seinem revolutionären Ansatz Smartphones in einzelne Komponenten zu zerlegen, die sich Kunden nach individuellen Bedürfnissen zusammenstellen können erregte Google viel Aufmerksamkeit. Im Februar soll es soweit sein, dann startet der Verkauf des „Project Ara“ genannten Selbstmach-Smartphone.

Google hat in dieser Woche Version 5.0.1 von Android veröffentlicht. Das Update behebt kleinere Bugs, wie das versehentliche Zurücksetzten des Systems bei mehrfacher falscher Eingabe des Entsperrcodes.

Die Auslieferung von Googles neuem Flaggschiff, dem Nexus 6, verzögert sich immer weiter. Nachdem der Launch von November auf Anfang Dezember verschoben wurde, liefern Händler immer noch keine Geräte aus und datieren die Verfügbarkeit nun auf Mitte bis Ende Dezember.

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