In dieser Woche wurden neue Versionen der mobilen Betriebssysteme von Google und Apple vorgestellt und ein weiterer großer Sicherheitsbug verunsichert die Netzgemeinde. Dass Poodle nicht nur ein Hund ist, sondern sichere Verbindungen im Internet gefährdet, lesen Sie im Wochenrückblick für diese Woche:

1. News aus dem Bereich Online-Marketing

Google

Das „Recht auf Vergessen“ im Internet, das die EU ihren Bürgern zugestanden hat und das nun von den Suchmaschinen umgesetzt werden muss, ist auch für Unternehmen interessant. Ungewollte Links können damit aus den Indizes der Suchmaschinen gelöscht werden, zumindest in der Theorie. Veröffentlichte Zahlen zeigen aber, dass 60% der Anfragen abgelehnt werden.

Im Wettbewerbsverfahren der EU gegen Google hat Chairman Eric Schmidt sich geäußert und betont, dass das Unternehmen in allen Geschäftsfeldern starker Konkurrenz ausgesetzt ist. Interessant ist, dass er nicht Bing als größten Wettbewerber in der Suche sieht, sondern Amazon. Laut Schmidt beginnen ein Drittel der europäischen Kunden mit Kaufabsicht ihre Produktsuche auf Amazon. Ob sich Google wirklich dadurch bedroht fühlt oder diese Aussage ausschließlich der Selbstverteidigung dient, bleibt offen.

Google hat seinen Tag Manager rundum erneuertDas Tool, das die Einbindung des Google-Analytics-Codes bei großen Websiteprojekten erleichtert, kann nun per API angesteuert werden. Für alle, die weiterhin die Weboberfläche verwenden wollen, hat Google auch diese überarbeitet: Neben der Überarbeitung der Navigation hat sich das Interface optisch Google Analytics angenähert.

Twitter

Der Microblogging Dienst hat diese Woche sogenannte Audio Cards eingeführt. Diese ermöglichen das Abspielen von Musik direkt in der Timeline, sowohl auf iOS- als auch auf Androidgeräten.

Mit dem jetzt offiziell angekündigten Timeline-Update wird Twitter eine der größten Veränderungen seit Bestehen des Unternehmens einführen. Statt ausschließlich chronologische Beiträge der gefolgten Personen und deren Retweets werden neben Werbeanzeigen zukünftig auch Beiträge von fremden Nutzern angezeigt, die Twitter für relevant hält.

2. News aus dem Bereich App-Entwicklung

Android

Das unter dem Arbeitstitel L gehandelte Android 5.0 wird unter den Namen Lollipop veröffentlicht. Neben dem neuen Materialdesign bringt Google mit dem Update zahlreiche neue Features auf das Smartphone: Benachrichtigungen auf dem Lock-Screen, eine veränderte Systemarchitektur, die die Performance erhöhen soll, und mehrere Nutzer-Accounts an einem Gerät. Erste Tablets mit dem neuen Betriebssystem werden ab 3. November erhältlich sein.

Wir haben uns bereits Android L als Beta auf unseren Geräten angeschaut und waren sehr angetan von der Performance und der neuen Designsprache. Die Beta enthielt noch einige Fehler und Probleme, daher sind wir umso gespannter auf die Release-Version. Bisher konnten wir keine größeren Probleme mit den Apps unserer Kunden feststellen. Eine große Prüfung steht ins Haus, wenn die finale Version bereitsteht. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

iOS

Auf seinem gestrigen Event stellte Apple das neue iPad Air 2 sowie das iPad Mini 3 vor. Große Neuerungen gab es dabei nicht, mit den neuen Geräten wurde eher Modellpflege betrieben. Neben der Verbesserung der Kamera und des Prozessors erhalten beide Geräte einen Touch-ID-Sensor.

Seit einem Monat ist iOS 8 auf dem Markt, da gibt es schon das nächste große Update. Neben neuen Geräten hat Apple gestern Version 8.1 seines neuen Betriebssystems vorgestellt. Ab 20. Oktober steht das Update zur Verfügung, das Probleme mit Fotogalerien, Bluetooth-Verbindungen und der Health-App beheben soll. Kunden in den USA wird mit der Aktualisierung zudem die Möglichkeit gegeben, per Apple Pay zu bezahlen.

Sicherheitslücke POODLE

Eine weitere plattformübergreifende Sicherheitslücke wurde diese Woche aufgedeckt: Das veraltete Sicherheitszertifikat SSLv3, das von vielen Servern noch immer als Fallback angeboten wird, lässt sich dechiffrieren, wodurch Cookies entwendet und Sitzungen geklaut werden können. Der Angreifer kann sich so Zugriff auf Kundenaccounts verschaffen und in ihrem Namen Änderungen oder Bestellungen veranlassen. Zum Schließen der Lücke sollte generell auf dieses Zertifikat verzichtet und stattdessen der Nachfolger TLS 1.0 verwendet werden.

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