Werbeformen: Social Media vor SEM und SEO

Studie über die Nutzung von Online-Marketingkanälen, insbesondere Social Media

Die neueste eCircle-Studie brachte teils durchaus überraschende Ergebnisse. Wenig verwunderlich ist, dass 57 Prozent der Entscheider auf E-Mail als Marketing- bzw. Werbemedium setzen. Es folgt mit 48 Prozent die Displaywerbung und knapp dahinter, auf Rang 3, rangieren bereits die sozialen Netzwerke mit 44 Prozent. Mit diesem Ergebnis platziert sich Social Media Marketing im Nutzungsgrad sogar vor der Suchmaschinenwerbung und der -optimierung mit jeweils 39 Prozent.

onlinemarketing_formenUnbestritten ist für die Entscheider beim Thema E-Mail-Marketing die Relation zwischen Kosten und Nutzen ausschlaggebend. Je höher der Aufwand für eine E-Mail-Kampagne ausfällt desto höher ist auch deren Effektivität. So zeigt sich die E-Mail als wirkungsvolles und vor allem treffsicheres Werbemittel, lässt sie sich doch relativ leicht und effektiv nach Kundensegmenten, Zielgruppen oder anderen Kriterien sortieren.

sm_arten_smDie sozialen Medien nutzen, wie bereits in der Einleitung kurz angesprochen, 44 Prozent der Marketer als Werbe- und Kommunikationsplattform. Dabei buchen immerhin 70 Prozent Anzeigen in den Netzwerken. Diese Form der Werbung ist zwar bei den Usern weniger beliebt als etwa Fanpages, dennoch erzielen die Werbeanzeigen ein hohes Interesse, wenn sie gut und ansprechend konzipiert sind. Immerhin 60 Prozent aller im Social Media Marketing aktiven Unternehmen betreiben eine Fanpage bzw. Unternehmensseite. Dabei ist Facebook auch in Bezug auf Marketingzwecke das mit Abstand meist genutzte soziale Netzwerk. Auffällig ist, dass länderspezifische bzw. in seiner Nutzerschicht, seinem Auftritt und Ausrichtung auf ein Land zugeschnittene Plattformen, wie in Deutschland beispielsweise die VZ-Netzwerke, von den Werbern nur marginal in ihren Strategien und Budgets bedacht werden. Ein anderes, ähnlich gelagertes Beispiel findet sich in den Niederlanden, in denen das Netzwerk Hyves zwar von 80 Prozent der Konsumenten genutzt wird, bei den Entscheidern jedoch keine Beachtung erfährt.

Ungenutzte Potentiale sind auf Unsicherheiten zurückzuführen

Die wichtigsten Ziele von Social-Media-Marketing sind demzufolge Werbung für neue Produkte, die Steigerung der Markenbekanntheit und der Kundenloyalität. Die Skepsis gegenüber dem Nutzen von sozialen Netzwerken liegen vor allem in der oftmals unzureichenden Adressierbarkeit der Zielgruppe, einem bisher fehlendem Beweis der Werbewirkung, mangelnder Erfahrung und Erfahrungswerte im Umgang mit sozialen Medien, aber auch in der unzureichenden Beratung und Information sowie den unzureichenden Kontrollmöglichkeiten sehen die Marketer Schwachpunkte. Sollten diese Punkte abgestellt bzw. verbessert werden, ist eine deutliche Steigerung der Marketing- und Werbeaktivitäten in Social Media zu erwarten.

Einsatz von Social Media sehr unterschiedlich verteilt

Vergleicht man die Nutzung von Social Media in den einzelnen europäischen Ländern, zeigen sich gravierende Unterschiede. Während der Nutzeranteil von Social Media für Marketing, Werbung oder Kommunikation in Spanien mit 51 Prozent besonders hoch ist, fällt die Nutzung in Italien mit lediglich 37 Prozent relativ niedrig aus.

sm_laender_smAuch bei der allgemeinen Nutzung der sozialen Netzwerke zeigen sich innerhalb Europas große Unterschiede. Während etwa in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden immer noch ein Drittel aller Nutzer nur per E-Mail erreichbar sind, können in Großbritannien, Italien und Spanien über die Hälfte der Internetnutzer via E-Mail und Social Media angesprochen werden. Der Trend zur Nutzung sozialer Netzwerke ist dabei ungebrochen, immer mehr User zieht es in die sozialen Netze. In Deutschland sind mittlerweile über die Hälfte aller Internetnutzer in sozialen Netzwerken aktiv, davon allein mehr als 19 Millionen bei Facebook. Neben dem Austausch mit Freunden, rückt auch die Auseinandersetzung mit Marken und Produkten immer stärker in den Fokus des Interesses.

Durchgeführt wurde die Studie von eCircle in Kooperation mit Mediacom Science und den GMI Online-Panels. Befragt wurden via Online-Fragebogen 600 Marketing-Entscheider in folgenden Ländern: Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Italien und Spanien. Die komplette Studie können Sie hier herunterladen.