SEMSEO ReCap

SEMSEO 2012 – wir waren dabei!

Die SEMSEO Konferenz fand am 15. Juni zum mittlerweile sechsten Mal in Hannover statt. Ausgerichtet von der SEO Agentur Abakus zog es Fachpublikum aus allen Ecken Deutschlands in die niedersächsische Landeshauptstadt, um in Sachen SEO und SEM die neusten Trends, Tricks und Kniffe von den Profis zu erfahren. Für alle Interessierten und diejenigen, die nicht dabei sein konnten, haben wir die wichtigsten Trend im Folgenden kurz umrissen.

SEMSEO Konferenz 2012

SEMSEO Konferenz 2012

Content bleibt King

Die Keynote der diesjährigen Konferenz wurde von Barry Schwartz (Search Engine Round Table) gehalten, der an die deutsche SEO Szene eine eindeutige Botschaft überbrachte: Linkbuilding durch Grey und Black Hat Methoden (also Vorgehensweisen, die nicht den Webmaster Richtlinien entsprechen), wird in den nächsten Monaten durch Google verstärkt abgestraft werden. Die im Vorfeld groß angekündigte Botschaft enttäuschte aufgrund ihrer Selbstverständlichkeit ein wenig, trotzdem war die von Barry Schwartz im Vorfeld umrissene „Google Evolution“ ein spannender Opener der Konferenz. Zukünftig werden fernab des Linkbuilding drei Punkte verstärkt in den Fokus der Suchmaschinenoptimierung und Google Bewertung rücken:

  • Content
  • Soziale Interaktion
  • Strukturierte Daten

Bezüglich des Content sei dabei zu beachten, dass „Be the authority“ immer mehr über Erfolg oder Misserfolg von Content Management entscheiden wird. Gemeint ist mit diesem Zitat von Schwartz auch die verstärkte Einbindung des Google+ Autoren-Markups in die Content- und Ranking-Strategie. Die Vertrauenswürdigkeit von Websites kann mithilfe dort präsenter und qualifizierter Autoren von Google besser überprüft werden und im Zuge dessen wird Autoren als Experten auf verschiedenen Gebieten mehr Einfluss zugesprochen. Diese Autoren werden auch in die Bewertung der sozialen Interaktion verstärkt miteinbezogen werden – eben wenn es darum geht, Kommentare zu bestimmten Sites als Rankingfaktor auszulegen. Qualität, nicht Quantität: das ist die Richtung, die Google weiter verfolgt. Dass dies nicht nur auf der inhaltlichen, sondern auch auf der technischen Ebene eine Rolle spielt, zeigt der letzte Punkt: strukturierte Daten, die Google ohne großen Aufwand das Crawlen der relevanten Website-Informationen ermöglichen, sind hier gefragt.

Authorship wird Trust-Faktor

Dazu passend war der Vortrag von Andreas Graap von der webschorle, der sich auf der SEMSEO mit strukturierten Daten in Form der Rich Snippets beschäftigte. Graap erläuterte in seinem Vortrag die verschiedenen Typen und Einbindungsmöglichkeiten von Rich Snippets als Mark-Up in den SERPs, die nach neuen Studien aus den USA die Klickrate einer Website bis zu 15% steigern können. Spannend war zudem die Einbindung amerikanischer Rich Snippet-Formate, die (noch) nicht bei uns angekommen sind. In den Staaten gibt es so beispielsweise Rich Snippets für Websites mit den Schwerpunkten Rezepte oder Musik – es bleibt abzuwarten, ob und wann diese Rich Snippets auch hierzulande eingesetzt werden. Auch Graap wies in seinem Vortrag auf den neuen Trust-Faktor des Author-Snippets hin. „Content is King“ bedeute immer mehr auch „Authorship is King“ – wie auch schon Barry Schwartz in der Keynote angekündigt hatte, wird demnächst ohne Author-Trust nur schwer ein gutes Ranking bei Google möglich sein.

Die Ankündigung zur Abstrafung der vielbetriebenen Linkbuilding-Aktivitäten setzte Sasa Ebach in seinem Vortrag zum Thema „Linkbuilding in Zeiten von Pandas und Pinguinen“ mit praktischen Tipps zum linkgenerierenden Content-Marketing im Sinne eines organischen Linkaufbaus. Eine exakte Zielgruppenanalyse sowie die Generierung von echten Qualitätsinhalten sind hier maßgeblich für Erfolg oder Misserfolg verschiedener Kampagnen. Die Frage, was denn ein „natürlicher“ und demnach guter Linkaufbau sei, beantwortete Ebach mit den Prämissen Nachhaltigkeit, Unanfechtbarkeit und Stabilität.

Besonders durch die fortschreitende Personalisierung und Lokalisierung der Suche und deren Ergebnisse sei es immer wichtiger, die Zielgruppenanalyse in Zusammenhang mit einem Branding der jeweiligen Marke in Verbindung zu bringen. Wenn man das schafft, hat gute Chancen, seine Projekte gut ranken zu lassen und dementsprechend die Chance auf eine Conversion zu erhöhen. Wie maximiert man aber die Rate von Interessierten, die sich in Kunden verwandeln? Interessante Ansätze dazu brachte Pascal Fantou, der in einem unterhaltsamen Vortrag mit anfänglichen Gymnastikübungen das Prinzip „Don´t make me think“ als allgemeines Gesetz für erfolgreiche Conversions anschaulich erklärte. Neben diesem Motto in Kombination mit Split-Test als Optimierungsverfahren der Extraklasse ging Fantou auf Tipps zur Steigerung der Conversion-Rate und die wachsende Bedeutung von Responsive Design ein. Nur wer in jeder Auflösung eine gute Figur macht, könne auch mit guten Conversions rechnen – besonders Designer können hier den Löwenanteil der Markterschließung beeinflussen.

Alles in allem gab es auf der SEMSEO für jeden Schwerpunkt den richtigen Vortrag – neben den genannten Themen gab es weitere Schwerpunktbeiträge zu lokaler Suche, Google Webmaster Tools und Analytics sowie Usability als Voraussetzung für Ranking und Conversion.

Kult: Site-Clinic und PubCon

Site Clinic auf der SEMSEO; Bild: Martin Mißfeldt

Site Clinic auf der SEMSEO; Bild: Martin Mißfeldt

Den Abschluss bildete die klassische Site-Clinic, die Teilnehmern die Möglichkeit bot, eigene Websites von drei SEO-Profis live analysieren zu lassen und Tipps zur Optimierung mit nach Hause zu nehmen. Unterhaltsam und professionell zugleich wurden die Websites analysiert und Optimierungspotenzial aufgezeigt, das auch für eigene Projekte mitgenommen werden konnte.

Nach neun Stunden Konferenz inklusive Pausen bot sich den Teilnehmern der Konferenz auf der PubCon im hannoveraner Zoo die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken.