ReCap: ConventionCamp in Hannover

ReCap zum ConventionCamp in Hannover

Liveschaltung zu Assange in London

Liveschaltung zu Assange in London

Das ConventionCamp in Hannover, das dieses Jahr zum fünften Mal Fachleute und Wissenschaftler rund ums Digitale Business auf das Messegelände in Hannover einlud, war ein spannendes und interdisziplinäres Event. So hochkarätig die Location, so beeindruckend das Catering und die Vorträge. Das Highlight für alle stellte dabei natürlich die Skype-Konferenz mit Julian Assange dar, dementsprechend voll wurde es in der Opening Session auch. Julian Assange nahm zu seinem neu erscheinenden Buch Stellung und gab einige Perspektiven zum Besten, inwieweit eine digitale Gesellschaft Züge einer Utopie tragen kann und weshalb er eine Dystopie für das aktuell wahrscheinlichere Zukunftsmodell hält. Abgeschlossen wurde sein Vortrag mit einem Interview, das auf hohem Niveau die prägnantesten Punkte Assanges Formulierungen nochmals pointierte. Datenschutz, der gläserne Bürger und die Quasi-Monopolstellungen von Facebook und Google waren hier die Kernthemen. Natürlich war das Ganze neben der sicherlich eingespielten Situation vor allen Dingen eine PR-Aktion für das bald zu erwerbende Buch – spannend war es trotzdem.

Die Unkonferenz als Barcamp

Das ConventionCamp machte rein formal dem selbsterwählten Ruf einer (Un)konferenz alle Ehre. Natürlich gibt es auch hier festgelegte Vorträge und Panels, allerdings bot sich nach dem Assange-Intermezzo allen Beteiligten die Möglichkeit, eine Session selbst zu belegen und zu einem selbstgewählten Thema zu sprechen. Voraussetzung: Das Publikum musste innerhalb von 45 Sekunden von der Vortragsidee überzeugt werden, per Handzeichenmenge wurden die Sessions dann an die Gewinner der über 10 Bewerber vergeben. Von Augmented Reality über Texten fürs Web bishin zu SEO Tipps für Einsteiger konnten sich hier verschiedenste Experten am Rednerpult ausprobieren.

Neben diesen freien Sessions waren die von Vornherein festgelegten Panels allesamt hochkarätig besetzt. Von Sascha Pallenberg, der als DER Blogger Deutschlands gilt (auch wenn er mittlerweile auf der anderen Seite der Welt wohnt) und Tipps besonders für Freelancer verriet über die Social Media Verantwortlichen von Daimler, Rossmann, der Zeit Online und Telefónica gab es wertvollen Input für das Tagesgeschäft. Den Feinschliff zum Ende gab die beliebte Site Clinic mit den SEO-Experten Oliver Kopp, Sasa Ebach und Niels Dahnke mit tollen Praxistipps für die Schaffung einer optimalen Online-Basis. Klingt gut? Wir haben die Quintessenzen dieser Seeions einmal aufbereitet, damit auch unsere Leser etwas vom tollen Event in Hannover haben.

Social Media in Unternehmen – ROI vs. Kundensupport

Die Social Media Verantwortlichen der oben genannten Unternehmen diskutierten rundum Strategien, Erfolgsmodelle und Nutzen von Social Media. Im Fokus standen hierbei die Themen Corporate Blogs und Facebook. Schon zu Beginn wurde relativ klar, dass die Social Media Kanäle in Unternehmen hier mehr als Supoort- und Feedback sowie PR-Kanal verstanden werden als tatsächlich gewinnbringender Kanal, der einen bestimmten ROI bringen muss, um als erfolgreich zu gelten. Einhellig wurde die Meinung deutlich, dass Unternehmen, die zur Marke werden wollen, auf Facebook schon lange nicht mehr verzichten sollten. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Nur hier kann neben gezielter Produktbewerbung auch das Image eines Unternehmens nachhaltig geprägt werden. Wording in der Fankommunikation, Reaktionszeit und Transparaenz bei Kritik sowie die Auswahl der Posting-Inhalte zeichnen ein Markenbild, dass Zielgruppen mittelfristig zu Fans und Fürsprechern des Unternehmens machen kann.

Site Clinic – Linkbaits und OnPage im Fokus

Mit Oliver Kopp, Sasa Ebach und Niels Dahnke

Mit Oliver Kopp, Sasa Ebach und Niels Dahnke

Ein weiteres Highlight der Veranstaltung bot die Site Clinic mit Oliver Kopp, Sasa Ebach und Niels Dahnke. Allesamt sind in der SEO-Szene in Deutschland hochangesehen und gelten als Experten für OnPage und organischen Linkaufbau. Kein Wunder also, dass der Vortragsraum gut gefüllt und die Analyse-Anfragen zahlreich waren. Neben bekannter Kenngrößen wie interne Verlinkung, Struktur der Seite (Usability) und weiteren OnPage-Faktoren ging es dabei hauptsächlich um die Frage, wie hochwertige Backlinks aufgebaut werden können. Sasa Ebach machte hier darauf aufmerksam, dass ein jeder Unternehmer verwandte Nischensegmente und Zielgruppen für sein Produktportfolio kennen sollte, um gezielt Meinungsführer dieser Gruppen für Gastbeiträge, Kooperationen etc. anzufragen. Verkauft man also Streetwear, kann man beispielsweise Parcour-Läufer ansprechen und damit nicht nur einen Link- , sondern auch einen Likebait durch viralen Content wie etwa passende Videoclips erzielen. Auch im Rahmen des organischen Linkaufbaus haben Corporate Blogs weiterhin ein großes Potenzial, das man mit smarten Vernetzungsstrategien gut für Linkaufbau und Kundensupport gleichermaßen nutzen kann. Besonders für KMU spielt in Zukunft die Plattform Google+ wohl auch eine nicht zu verkennende Größe im Kampf um die vorderen Plätze der organischen Suche – schnelles Handeln ist hier angesagt.

Fazit

Das ConventionCamp 2012 bot einen spannenden Mix aus Netzkultur, Fachvorträgen und Diskussionsrunden, die sich rundum sehen lassen konnten. Für nächstes Jahr wäre eine organisierte Möglichkeit, nach der Konferenz noch ausgiebig netzwerken zu können wünschenswert. Ansonsten heben die Haie den Daumen und sagen nochmals Danke für die Möglichkeit, als Blogger dabeigewesen zu sein. Bis zum nächsten Mal!