Neues Start-up der Twitter-Gründer: Medium.com

Neues Twitter-Medium am Start

Medium – altgriechisch: das Mittlere, auch Öffentlichkeit, Gemeinwohl, öffentlicher Weg. In unserem modernen Sprachgebrauch allerdings bezeichnen wir alles, was auch nur irgendwie irgendetwas vermittelt, als Medium. (Quelle: Wikipedia) Das Medium Buch und Print im Allgemeinen, das Medium Rundfunk und natürlich das Medium Internet: Sie alle vermitteln Wissenswertes und Unnützes, Interessantes und Uninteressantes. Die Summe der Medienquellen, in denen die Vermittlung stattfindet, nennt man Multimedia.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Twitter-Gründer Ev Williams und Biz Stone ihr neues Start-up „Medium“ nennen. Bei dieser neuen Blogplattform handelt es sich, wie der Name schon sagt, um einen Blogging-Dienst, der auf ganz einfache Weise die Einträge von Texten und Bildern der User logisch ordnet und vermittelt.

Neue Plattform Medium.com

Notwendigkeit oder Verzweiflungstat?

Das Twitter nicht (mehr) die gleiche Reichweite wie der derzeitige König unter den Social Networks, Facebook, hat, ist ein alter Hut (ob mit Recht oder nicht, sei dahin gestellt). Und der Name der Plattform sagt es ja bereits: Hier vernimmt man lediglich ein Zwitschern am Rande und im Hintergrund, als seine Meinung in längeren Phrasen kundtun zu können. Dennoch wird hier, selbst wenn auch nur, wie einige meinen, auf mittlerer Ebene etwas vermittelt, egal ob wir mit den Informationen etwas anfangen können oder nicht und ob es dem Gemeinwohl nützt oder eben nicht.
Doch wozu braucht der Mensch, der WordPress, Tumblr und Blog.de kennt eine weitere Blogplattform? Oder anders gefragt: Warum braucht der Mensch gerade die von Williams und Stone entwickelte Blogplattform? – Nun, die Gründe scheinen einfacher zu sein als angenommen: Mit der einfachen Bedienung und dem unkomplizierten Anmeldeverfahren hat „Medium“ seinen Vorgängern Einiges voraus. Denn die Plattform ist zunächst auf Usability ausgelegt, denn ohne mühsame Anmeldeprozesse über sich ergehen zu lassen, kann man seine Seite direkt beim Start anlegen. Natürlich muss man sich über Twitter anmelden, doch kann dies getrost auch später geschehen. Man ist also mittendrin im Medium „Medium“. Diese Verbesserung gegenüber WordPress und Co. ist sicherlich lobenswert, denn man geht sofort und der Etymologie des Wortes Medium getreu den öffentlichen Weg.
Ob es sich aber um ein notwendiges Medium zur Daten- und Informationsvermittlung handelt oder aber um eine Verzweiflungstat aus Gründen des mangelnden Twitter-Erfolgs und aufgrund des Bedürfnisses der Menschen, nicht mehr nur Gezwitschere über die Welt zu bringen, sondern ganze Wahrheiten zu formulieren, sei dahingestellt.

Brauche ich dieses Medium?

Ob man dieses Medium braucht oder nicht, sollte – wie in so vielen anderen Fällen auch – jeder selbst entscheiden. Wer Wert auf ein tolles Design und Anwenderfreundlichkeit legt, ist bei Medium sicherlich genau richtig. Gegenüber WordPress und Co. unterscheidet sich das Konzept von Medium nicht sonderlich. Auch hier kann zwischen verschiedenen Templates gewählt werden. Mit einem Editor wird hier ebenfalls gearbeitet.

Fazit: Braucht die Welt dieses Medium?

Das Medium „Blog“ und seine Ableger sind heute nicht mehr wegzudenken. Denn durch die Möglichkeit, seine Interessen anderen zu offerieren und mit ihnen zu teilen, diskutable und unwichtige Dinge in die Welt zu setzen oder sein eigenes Leben vor einem mehr oder weniger interessierten und breiten Publikum auszubreiten, haben wir einen Weg gefunden, Informationen weiterzugeben und zu veröffentlichen. Nie war der Informationsfluss so groß wie jetzt. Und mit Medium gibt es einen weiteren Kanal, der den Informationsfluss fördert. Insoweit, als dass wir unsere Informationsgier befriedigen wollen, ist es sicherlich nicht schlecht, ein weiteres Informationsmedium nutzen zu können. Ob es allerdings eine Bereicherung ist oder ob der Markt an Informationsmedien wie WordPress nicht doch schon gesättigt ist, wird sich erst noch zeigen. Wir dürfen gespannt sein …