Einfluss von Social Media auf Suchmaschinenrankings und Kaufentscheidungen

Während die Nutzerzahlen und damit die Bedeutung von sozialen Netzwerken stetig ansteigt, bleibt die genaue Auswirkung auf alltägliche Dinge oft diffus. Gerade im Bereich der Suchmaschinenoptimierung ist der grad des Einflusses umstritten. Aber auch bei Kaufentscheidungen wird es immer interessanter, den Einfluss zu bestimmen. Schließlich vertrauen grundsätzlich 78 Prozent der Menschen am ehesten Empfehlungen ihrer Bekannten.

SEO: Linkbuilding und Backlinks mit Social Media?

Das Interaktionen und Nachrichten in sozialen Netzwerken in den Suchalgorithmus und das Ranking der großen Suchmaschinenbetreiber einfließen, ist längst kein Geheimnis mehr. Der Grad des Einflusses bleibt jedoch unklar und auch, in wie weit die unterschiedlichen Plattformen und der Grad der Verbreitung berücksichtigt wird. Eins ist jedoch gewiss, egal wie viel Engagement Unternehmen in soziale Netze investieren, die Wirkung wird jedoch nicht über die Maßen ausfallen. Denn Links und Empfehlungen aus sozialen Netzwerken können helfen, sind jedoch keine Garantie für Backlinks oder mehr Erfolg.

Zwar ist der letztliche Einfluss eines Retweet oder eines „Gefällt mir“ auf das Ranking nur marginal, allerdings sollte dies auch nicht das entscheidende Kriterium sein. Vielmehr sorgen Facebook, Twitter und Co. für ein deutliches Mehr an Traffic und locken überhaupt neue Besucher auf die jeweilige Seite. Dennoch können im Google Ranking letztenendes auch solche Kleinigkeiten, wie etwa ein im Vergleich besseres soziales Ranking, den Unterschied ausmachen. Für das Thema Backlinks spielen soziale Netzwerke hingegen bisher eine untergeordnete Rolle.

Kaufentscheidung: Welche Faktoren sind entscheidend?

Laut der nicht repräsentativen Studie „Social Media Einfluss auf das Kaufverhalten im Internet“ informieren sich bereits heute zwei Drittel der Internetnutzer in sozialen Netzwerken über Produkte, bevor sie eine Kaufentscheidung fällen. Die Bedeutung wird nach Meinung der Studienteilnehmer in den kommenden Jahren noch deutlich zunehmen. Davon sind zumindest 32 Prozent der 30- bis 39-Jährigen und über 40 Prozent der 14- bis 29-Jährigen überzeugt. Da auch die Akzeptanz des E-Commerce immer weiter zunimmt, sind positive wie auch negative Synergieeffekte beinahe unvermeidbar.

Denn: Vor dem Einkauf steht die Informationsbeschaffung. Viele Konsumenten informieren sich im voraus über Qualität, Preis oder etwaige Mängel eines Produkts und entscheiden anschließend nach Empfehlungen von Bekannten oder entsprechenden Bewertungen in Shops bzw. sozialen Netzwerken. Besonders ausgeprägt ist diese Art der Informationsbeschaffung bei elektronischen Geräten (94 Prozent), im Tourismus bei der Buchung von Reisen oder Hotels (84 Prozent) und vor dem Autokauf (67 Prozent).

Vorsicht: Negative Produktbewertungen schrecken ab

Informationsquelle Nummer eins ist und bleibt der Familien- und Freundeskreis. 60 Prozent der Befragten vertrauen in erster Linie ihren Angehörigen und entscheiden entsprechend nach deren Empfehlungen. Aber auch Produktbewertungen im Internet nehmen mit 56 Prozent eine gewichtige Rolle im Entscheidungsfindungs- und Kaufprozess ein. Über 50 Prozent der Befragten nutzen zusätzlich online Erfahrungsberichte. Immerhin rund ein Drittel nimmt auf Grund von schlechten Bewertungen von einem Kauf Abstand. Lediglich 9,5 Prozent der Befragten zeigten sich gegen schlechte Bewertungen immun.

Ebenfalls interessant: Die Studie hat ergeben, dass 69 Prozent der Konsumenten erfahren durch Internetseiten von neuen Produkten, knap gefolgt von Mundpropaganda mit 66 Prozent. Danach folgen, durchaus überraschend, 59 Prozent durch Printmedien, während lediglich 55 Prozent aus der Fernseh-Werbung von neuen Produkten erfahren.

An der nicht repräsentativen Studie „Social Media Einfluss auf das Kaufverhalten im Internet“ von Ralf Schengber, Marketingprofessor an der FH Münster, nahmen im Zeitraum von Dezember 2010 bis Januar 2011 insgesamt 1.299 Personen über 14 Jahre teil.

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