Ist Content Marketing mehr als ein Buzzword?

Schlagwort „Content Marketing“: Werbung, die keine sein will?

Content Marketing, das ist im Grunde genommen eine Art von Inbound-Marketing: Einem Kunden werden Produkte nicht präsentiert, sondern er muss sich selbst auf die Suche nach Inhalten begeben und Marken und Firmen selbst entdecken. Anders als Fernsehwerbung, Radiospots oder Einwurfzettelchen tritt nicht das Unternehmen an den Kunden heran, sondern genau andersherum: Der Kunde informiert sich aus Interesse eigenständig über Produkte oder Firmen. Und wenn guter Content den Kunden zum Unternehmen lockt, hat das vor allem einen Vorteil – Werbung wird unaufdringlich.

Content Marketing – was ist das?

Content Marketing ist eine Marketing-Strategie, bei der Unternehmen Informationen in Form von Magazinen, Blogs und mehr verbreiten – durch diesen Mehrwert an Informationen sollen Kunden von den Leistungen des eigenen Unternehmens überzeugt werden. Damit Content Marketing erfolgreich sein kann, muss man Informationen verbreiten, die nicht nur möglichst nah an den eigenen Produkten liegen, sondern die auch etwas informativer, etwas aktueller – eben etwas besser – als die der Mitbewerber sind. Indem man mit Artikeln in Fachzeitschriften, Blogbeiträgen, Interviews mit Experten und Neuigkeiten in sozialen Netzwerken nützliche Informationen und echtes Fachwissen verbreitet, etabliert man sich als Marke und sorgt auf lange Sicht für ein verbessertes Firmen-Image.
Content Marketing ist übrigens nicht aufs Internet begrenzt: Jenseits des Webs betreiben Unternehmen schon lange Content Marketing wie hochwertigen Magazine (berühmte Beispiele sind die Apothekenumschau und Globetrotter), aber auch Tagungen, Konferenzen, Seminare, Interviews oder Präsentationen. Im Internet wird Content Marketing durch Webinare, Blogs, Interviews, Artikel, Studien oder Reports, Whitepaper, Videos und Slideshows oder Infografiken betrieben. Möglich ist fast alles, man darf kreativ werden.

Die richtige Strategie richtet alles auf die Zielgruppe aus

Erschöpft sich Content Marketing also damit, Inhalte zu recherchieren, informative Texte zu verfassen und diese irgendwie in die Welt zu schicken? Ganz im Gegenteil. Wer sich ernsthaft mit Content Marketing beschäftigen will, sollte von Anfang eine Strategie verfolgen – und die richtet sich immer nach der Zielgruppe aus. Dabei muss man sich fragen: Wer ist meine Zielgruppe? Welche Themen sind für meine Zielgruppe interessant? Wie informiert sich meine Zielgruppe über diese Themen? Nur wer von Anfang dafür sorgt, dass sein Content den richtigen Personen an der richtigen Stelle in der richtigen Form präsentiert wird, kann sicher sein, mit seinem Content Marketing Erfolge zu erzielen. Schließlich bewirkt jeder noch so ansprechend geschriebene Text nichts, wenn er den Kundenkreis niemals erreicht.

4 questions for content marketing – exploreb2b.com

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Kein Wunder also, dass die Sichtbarkeit eine große Rolle im Content Marketing spielt. Wer seine ersten Text recherchiert und verfasst hat, steht vor der Frage, wo sie nun veröffentlicht werden sollen; immerhin ist die Auswahl da groß. Firmeneigener Blog? Vortrag bei einer Konferenz? Oder doch eine Fachzeitschrift? Wer in puncto Content Marketing eher am Anfang des Weges steht und beispielsweise beim eigenen Firmenblog nur eine kleine Anzahl an Lesern erreicht, für den lohnt es sich, auch einmal bei Fachmagazinen zu veröffentlichen, um von der fremden Leserschaft zu profitieren und Branding zu betreiben. Auf lange Sicht gilt allerdings: Beständigkeit ist unerlässlich. Content Marketing kann man nicht „mal eben so“ und „ein bisschen nebenbei“ betreiben; Content Marketing braucht gute Informationen mit Mehrwert, und das regelmäßig. Es muss Arbeit investiert werden, bis sich die Erfolge zeigen. Dabei lassen diese oft Wochen, Monate oder manchmal sogar Jahre auf sich warten. Content Marketing ist nichts für Ungeduldige.

Jetzt wird’s persönlich: Mit Kommunikation und Interaktion

Beim Content Marketing darf man den Kunden – Inbound hin oder her – nicht alleinlassen. Wer neue Inhalte auf seinem Blog oder in einer Fachzeitschrift veröffentlicht hat, muss diese streuen: per Facebook, Google+, Pinterest, Twitter und wo immer das eigene Unternehmen noch so unterwegs ist. Und auch damit ist es nicht getan. Wenn Kunden sich über diese Netzwerke beteiligen, dann erwarten sie dort Reaktionen. Beim Content Marketing muss man Nachfragen beantworten, neu aufgeworfene Aspekte berücksichtigen und immer wieder mit den Nutzern in Kontakt treten. Denn Inhalte allein reichen nicht – die Interaktion zwischen Autor und Publikum ist, was neu im Mittelpunkt steht.
Zu einer richtigen Marketing-Strategie, ob Content oder nicht, gehören zwei abschließende Dinge: Monitoring und Anpassung. Schon bei der Entwicklung der Strategie sollten Messgrößen festgelegt werden, mit denen man den Erfolg seines Content Marketings überprüft; das können Klickzahlen, Verweildauer von Besuchern oder Social Signals und in späteren Phasen des Marketings sogar Firmenimage, Kundenzufriedenheit und Markenbekanntschaft sein. Eine gute Content-Marketing-Strategie verbindet Content (Inhalte), SEO (Sichtbarkeit) und Social Media (Streuung). Und weil Strategien immer nur so gut sind, wie sie aktuell sind, muss man flexibel bleiben und auf Änderungen zeitnah reagieren.

Ist Content Marketing wirklich so neu, wie alle tun?

Facts and numbers – exploreb2b.com

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Content Marketing ist nicht bloß die Produktion von Inhalten am laufenden Band; Content Marketing ist die Analyse einer Zielgruppe, die Auswahl der richtigen Themen, die Verbreitung der erstellten Texte und Bilder, die Erhöhung der Sichtbarkeit, die Interaktion und Kommunikation und, wenn man es ernsthaft betreiben will, eine langwierige Aufgabe. Doch ist Content Marketing nicht bloß ein Buzzword? Themen recherchieren, Beiträge schreiben, Inhalte veröffentlichen und verbreiten, auf Nutzerkommentare antworten – macht man das nicht schon immer? Ist das überhaupt neu? Ganz von der Hand zu weisen ist dieser Einwand mancher SEO-Experten nicht: Content Marketing ist nicht so neu, wie es tut. Immerhin gibt es die Apothekenumschau auch nicht erst seit gestern. Doch neu ist ein wichtiger Aspekt: Der Informationsgehalt rückt in den Fokus, das Produkt in den Hintergrund. Kunden sollen informiert, nicht nur umworben werden. Die Unternehmen richten ihren Content nach dem Leser aus – und sorgen so für immer mehr Information, die aktuell ist und echtes Fachwissen beinhaltet. Eben Werbung, die keine mehr sein will.