Der Begriff „Growth Hacking“ kursiert seit circa zwei Jahren in Deutschland im Online Marketing. Das Konzept zielt auf ein gezielt schnelles Unternehmenswachstum mit möglichst wenig Kosten. So ist der Begriff auch in der StartUp Kultur entstanden: wenig Geld und keine Mittel für konventionelles Marketing. Doch wie schaffen es junge Unternehmen trotz fehlender TV-Spots und Print-Werbung in die Köpfe der Nutzer?

Ziel ist das Wachstum, nicht die Marke

Genutzt werden hier virales Marketing über Social Media mit Referral Effekten und eine große Menge Kreativität. Doch im Kern des Growth Hacking steht die Analyse der Nutzer. Denn nur so erkennt man, was gut und was nicht funktioniert. Und es geht in erster Linie um Performance, nicht um Imagepflege. Kurz umfasst Growth Hacking alle Maßnahmen, welche Besucher in Kunden oder User konvertieren. Ziel ist: Das Unternehmen soll schnell wachsen. Markenbildung geschieht beiläufig.

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Growth Hacking in der Praxis

Die Maßnahmen liegen meist im Online Marketing Bereich, können aber auch ein Marketing Mix sein. Sie möchten Ihre Zielgruppe ansprechen. Dies können Sie über Direkt Marketing, Viral-Marketing, Content-Marketing, Pay-per-Click oder auch Ihre PR erreichen.
Nutzen Sie also Ihre bestehenden Kanäle und fangen Sie nicht bei Null an. Sie haben bereits einen E-Mail Verteiler? Bauen Sie auf diesen auf. Oder aber Sie haben gut funktionierende Social Media Plattformen. Versuchen Sie Ihre Fans zu aktivieren und neue Fans zu werben oder als Kunden zu gewinnen. Sie möchten möglichst schnell potentielle Interessenten konvertieren und Ihnen sollte die gewählte Maßnahme liegen.

Ein praktisches Beispiel ist AirBnB. Das damalige StartUp nutzte den Kleinanzeigen-Anbieter Craigslist um dort mittels E-Mail Marketings gezielt und direkt Anbieter von Wohnungen anzuschreiben und zu sich abzuwerben. Später hat die Firma mit Hilfe von Referral Marketing Kunden mit Belohnungen für den Werber und Geworbenen gewonnen.
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Referral Kampagne AirBnB. Photo by 500 startups
Ein weiteres Beispiel ist Dropbox. Am Anfang war nicht genug Geld für PPC Anzeigen und die long-tail Keyword Suche zu hart umkämpft. Der Online-Speicher Anbieter nutzte zur Steigerung von Nutzern eine doppelte Referral Kampagne – Werber und Geworbener profitierten von der Maßnahme. Die Aktion führte zu 60 Prozent mehr Sign-Ups.
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Referral Kampagne Dropbox. Photo by referralcandy

Für wen sich Growth Hacking lohnt

Growth Hacking als Teil einer Online Marketing Strategie zielt auf den Bereich Performance an. Was für Sie als Unternehmen bedeutet: Sie müssen die Möglichkeiten haben, die Daten von bisherigen Nutzern und Besuchern zu analysieren und auch bei gestarteten Maßnahmen die Datensätze auswerten zu können. Wenn Sie zum Beispiel Pinterest für sich genutzt haben, sollten Sie die hieraus möglichen Daten lesen können. Das System des Growth Hacking ist jedoch auf keinen Fall nur für StartUps geeignet. Jedes Unternehmen, welches gezielt auf Nutzer oder Kundenfang gehen will, kann diese Form des Online Marketings in seine Gesamtstrategie integrieren.

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