Facebook erlaubt Gewinnspiele auf der Pinnwand – was darf man jetzt und was nicht?

Facebook lockert Promotionsrichtlinien – Gewinnspiele jetzt auch auf der Pinnwand erlaubt

Als Facebook am Dienstag die Meldung veröffentlichte, dass die Richtlinien zur Promotion gelockert wurden, war es, als könnte man die Marketingwelt ein klein wenig aufatmen hören. Bisher war es nicht erlaubt, Gewinnspiele bei Facebook über die Pinnwand durchzuführen, stattdessen mussten sie über eigens entwickelte Apps veranstaltet werden. Das war für Unternehmen meist nicht nur ein Mehraufwand an Zeit und Geld, sondern sorgte auch regelmäßig für Unmut bei den Nutzern, die Probleme mit der Verwendung der Apps hatten. Mit den Änderungen können Gewinnspiele jetzt unkomplizierter und vor allem kostengünstiger veranstaltet werden – es gibt aber auch Nachteile.

Nach der Änderung: Was man jetzt darf und was nicht

Quelle: Facebook

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Der Zwang, Apps für Gewinnspiele nutzen zu müssen, wurde mit den Neuerungen abgeschafft. Ab jetzt können Nutzer auch an Gewinnspielen teilnehmen, indem sie eine Nachricht schicken, einen Beitrag auf der Seite posten oder einen vorhandenen Beitrag liken. Der Like-Button darf nun auch als Voting-Mechanismus benutzt werden: Es ist also erlaubt, User zu bitten, Likes für ihre Beiträge zu sammeln, um eine Verlosung zu gewinnen.

Mit der Änderung will Facebook für lebendigere Profile mit mehr Teilhabe sorgen. Trotzdem gibt es noch Einschränkungen, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen: Nach wie vor ist es verboten, Gewinnspiele zu organisieren, die persönliche Chroniken der Nutzer verwenden. Daher sind sowohl das Teilen eines Beitrags als auch die Aufforderung, dass Nutzer sich auf einem Bild taggen, als Bedingungen für die Gewinnspielteilnahme explizit nicht erlaubt und sollten unbedingt vermieden werden. Bei Verstößen droht sogar die Löschung des Unternehmensprofils.

Stolpersteine bleiben weiterhin nicht aus

Facebook verlangt immer noch die Veröffentlichung von Teilnahmebedingungen sowie den eindeutigen Hinweis, dass das Gewinnspiel nichts mit Facebook zu tun hat. Wer das direkt in den Gewinnspielbeitrag einfügt, hält sich zwar an alle Regeln, verschreckt mit langen Textblöcken voller Rechtshinweise aber möglicherweise die Teilnehmer. Außerdem riskiert man bei einem Pinnwandgewinnspiel, dass man keine Ansicht aller Likes erhält, wenn sehr viele Teilnehmer mitgemacht haben. Verlosungen über die Pinnwand werden wohl außerdem für noch größeren Gewinnspieltourismus sorgen: Nutzer liken einen Beitrag, um mitzumachen, und schauen dann nie wieder auf der Seite vorbei.

Wer sein Gewinnspiel über die Pinnwand veranstaltet, sollte außerdem nicht vergessen, dass dieses dann für jeden einsehbar ist. Darunter fallen im schlimmsten Fall auch Firmen, die gezielt auf der Suche nach Verstößen gegen deutsches Recht sind. Man sollte seine Verlosung also im Voraus noch einmal genau auf mögliche Rechtsschwierigkeiten prüfen.

Fazit: Auch Apps bleiben sinnvoll

Natürlich dürfen Apps immer noch für die Abwicklung von Gewinnspielen genutzt werden – und sollten es wohl zur besseren Übersicht auch, vor allem je nach Umfang des Gewinnspiels und der erwarteten Menge an Teilnehmern. Um hochwertigen Content auf Facebook zu erzeugen, der Nutzern einen echten Mehrwert bietet, ist die Facebook-App daher bei vielen Gewinnspielen immer noch die bessere Wahl. Immerhin kann jetzt mit einer Flut an Gewinnspielen über Kommentare und Likes gerechnet werden – Gewinnspiele per Apps werden da zum Qualitätsmerkmal und sammeln dank Fangate nebenbei Fans, die auch bleiben.

Die Meldung kann bei den Facebook-News nachgelesen werden.