Von lokalen, globalen und klickspezifischen SERPs

Keine Woche, die ohne Meldung von Neuerungen innerhalb der Google Suche vonstatten geht. Auch diese Woche startet deshalb mit einem Hinweis auf mögliche Neuerungen, nachdem die Experimentierphase mit dem sogenannten Kontext-Klick Modell abgeschlossen ist. Kontext-Klicks? Ja, genau: Google experimentiert aktuell mit einer Einbeziehung des Klickverhaltens in die Suchergebnisseiten. Neben den lokalen Neuerungen und der ohnehin schon personalisierten Suche, während man in seinem Google Konto eingeloggt bleibt, könnte dies der nächste Schritt hin zu einer mehr und mehr individualisierten Form der Suche sein. Das beigefügte Modell veranschaulicht, welche Faktoren dabei berücksichtigt werden:

Modell des neuen Suchmodells - Quelle: webimax.com

Von Teekesselchen und Online-Shops

Kennen Sie noch das gute alte Teekesselchen-Spiel? Das Problem der Missverständlichkeiten aufgrund sogenannter Homographen könnte durch das Contextual Click Model bald Vergangenheit sein. Aufgrund vorhergegangener Suchanfragen werden dabei dort getätigte Klicks ausgewertet, die Aufschluss darüber geben, ob man sich bei der Suche nach „Kohl“ für Helmut oder ein Rezept für Krautwickel interessiert. Neben dem eher kleinen Problem der Homographen könnte die neue Suche dabei besonders für Shopbetreiber interessant sein: Schließlich gehört zu einer kontextbezogenen Analyse ebenfalls dazu, ob bei einer Suche nach dem Wort „iPhone“ Informationsseiten oder Shopseiten im Fokus des Interesses stehen. Bevorzugt der Suchende Shopseiten und fließt das in die kontextbezogene Suche ein, müssen Shopbetreiber zukünftig nicht mehr mit Wikipedia und Herstellerseiten konkurrieren, sondern können durch den Einsatz von Rich Snippets und einer durchdachten Metadescription dafür sorgen, dass die Positionierung innerhalb der Shopseiten möglichst gut ausfällt.

Die Filter Bubble

So komfortabel eine kontextbezogene Suche für den Nutzer sein mag – es bleibt die Frage, für welchen Zeitraum die Klicks als Suchfaktor miteinbezogen werden und ob diese Koppelung allein auf die persönliche Suche bezogen wird oder nicht. Als Beispiel: Sobald mehrere Personen einen PC nutzen wird das Klick-Kontext Modell schwierig – allerdings setzt diese Schwierigkeit auch dann schon ein, wenn sich der Kontext der eigenen Suche verschiebt. Und das man an einem Tag etwas mehr über den alten Bundeskanzler wissen und am nächsten tatsächlich Krautwickel servieren möchte, kann wohl nie in Gänze ausgeschlossen werden. Es bleibt spannend, wie sich die Suche weiter verändert und inwieweit globale Top Rankings in Zukunft weiterhin möglich sein werden.

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