Trotz stetig wachsender Umsatzzahlen haftet dem Image von Webshops noch immer ein fader Beigeschmack der Intransparenz an. Verschiedenste Formulierungen während des Bestellvorgangs und Unklarheiten, ob beispielsweise „in den Warenkorb legen“ gleichbedeutend mit „kaufen“ ist, haben zu diesem Bild beigetragen. Hierzulande ist mit undurchsichtigen Bezeichnungen auf dem Weg zur Online Bestellung ab morgen Schluss. Dann tritt die sogenannte Button Lösung in Kraft, die eindeutige Kennzeichnungen zur Sicherheit des Kunden gewährleisten soll.

Was steckt dahinter?

Die Bezeichnung der Buttons auf dem Weg durch die virtuelle Shopping Mall muss dann eindeutig gekennzeichnet sein, wenn der Bestellvorgang abgeschlossen bzw. jegliche Art von Vertrag verbindlich geschlossen wird. Was eindeutig und nicht eindeutig ist, klärt der Gesetzestext dabei sehr genau. Ausnahme: Wer seine Dienstleistungen allein für Unternehmen anbietet, also im B2B Bereich angesiedelt ist, der kann weiterhin alles so belassen, wie es ist. Das Angebot für Unternehmen muss in diesem Fall ausschließlich sein, Phrasen in den AGB reichen dafür nicht aus. Vielmehr muss schon in der Leistungsbeschreibung des entsprechenden Unternehmens ersichtlich werden, dass sich die beworbenen Angebote nur an Geschäftskunden richten.

Da dies für den Großteil der Gewerbetreibenden im Netz nicht zutreffen wird, haben wir für alle Betroffenen und Interessierten kurz zusammengefasst welche Formulierungen bei der Button Lösung gelten und in welchen Fällen ab morgen eine Abmahnung droht bzw. der Kaufvertrag als nicht gültig anzusehen ist.

To Do Liste für die Button Lösung

Im Bestellvorgang muss bei Abschluss ersichtlich sein, dass der Kunde eine zahlungspflichtige Leistung anfordert. Der Mustertext für den entsprechenden Button lautet Zahlungspflichtig bestellen, daneben sind die Formulierungen Kostenpflichtig bestellenZahlungspflichtigen Vertrag schließen und Kaufen zulässig.

Neben dem Button, der auf der letzten Seite vor der verbindlichen Bestellung zu zeigen ist, müssen zudem eine Produktbeschreibung des Angebots, bei Vertragsabschluss die Mindestlaufzeit, der Gesamtpreis sowie anfallende Versand- und Zusatzkosten deutlich gemacht werden. All diese Angaben sind in direkter Umgebung des Buttons einzubinden und müssen zudem unübersehbar, das heißt farblich hinterlegt oder mit einem Rahmen versehen, gestaltet sein. Auch irreführende Umschreibungen sind tabu, das Wording bedeutet für Online Shops spätestens ab morgen: klare Sätze statt hohler Phrasen.

Der Verbraucher muss so auf der letzten Seite vor Abschluss des Kaufvertrags alle für ihn relevanten Informationen schnell und auf einen Blick erkennen können. Dabei ist Button nicht gleich Button: auch wenn der letzte Schritt vor Aufgabe der Online Bestellung das Klicken auf ein reines Textelement oder der Versand eines Bestellformulars sind, müssen die oben genannten Informationen wie beschrieben kenntlich gemacht werden. Für Online Shop Betreiber bedeutet das eine Überarbeitung unklarer Bestellschritte, für den User mehr Transparenz im Netz. Für alle, die noch keine Umarbeitung der entsprechenden Shopelemente vorgenommen haben, heißt es jetzt also: ran an den Speck, bzw. Knopf. Usability und Transparenz beim Shoppen im Netz: am morgen Pflicht.

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