Das Internet hat sich längst als Absatz- und Handelskanal etabliert. So zeigte sich der E-Commerce 2010 für acht Prozent oder 39,2 Milliarden Euro des Einzelhandelsumsatz in Deutschland (Gesamt: ca. 490 Mrd. Euro) verantwortlich. Umstritten bleibt jedoch das Bezahlmodell.

Viele Varianten mit Vor- und Nachteilen

Seit den Anfängen des öffentlichen Internets werden geeignete Bezahlmodelle gesucht, die Käufern und Verkäufern gleichermaßen Vorteile bringen, dabei absolut sicher und für kleine wie große Transaktionsbeträge gleichermaßen geeignet sind. Diese „eierlegende Wollmilchsau“ blieb jedoch Illusion. Entsprechend bedeutend ist die Entscheidung des Shopbetreibers, welche(s) Bezahlsystem(e) er anbietet. An diesem Fakt wird sich wohl auch in den kommenden Jahren wenig ändern, vielmehr wird die Anzahl der Systeme und Anbieter noch weiter zunehmen.

Jedes dieser Bezahlsysteme bietet dabei spezifische Vorteile, bringt gleichzeitig jedoch auch grundsätzlich einige Schwächen mit. Trotzdem kann auch ein vordergründig unterlegenes System zum Pflichtangebot eines Webshops gehören – wenn es der potenzielle Käufer wünscht und entsprechend honoriert.

Entscheidend ist die Akzeptanz beim Käufer

Einkaufen im Internet ist eine Frage des Vertrauens, entsprechend stehen bei den Käufern die Varianten „elektronische Lastschrift“ (ELV) und der altbekannte „Kauf auf Rechnung“ ganz oben in der Gunst. Bieten diese beiden Verfahren schließlich das höchste Maß an Sicherheit, insbesondere gegenüber noch unbekannten Webshops/ Verkaufsplattformen.

tpay

Für Anbieter hingegen sind ausgerechnet diese beiden bei Ihren Käufern präferierten Bezahlsysteme mit dem höchsten Risiko behaftet, geht der Händler hierbei doch grundsätzlich mit seinem Warenversand in Vorkasse und besitzt keinerlei Garantien, das die Rechnung fristgerecht beglichen oder das Girokonto entsprechend belastet werden können.

Das Problem: Die von Anbietern bevorzugte Variante der „Zahlung auf Vorauskasse“ wird seitens der Kunden insbesondere bei kleinen Webshops nicht akzeptiert. Denn nur seriöse Verkäufer (vulgo: bekannte) erhalten einen solchen Vertrauensvorschuss seitens der Kunden.

Die Mischung macht’s

kreditkarte

Neben diesen klassischen Bezahlsystemen haben sich eine Vielzahl an unterschiedlichsten Variationen etabliert, die meist einen Mittelweg der zuvor vorgestellten Verfahren bestreiten. Dadurch lässt sich das Sicherheitsrisiko auf beide Seiten des Handels paritätisch verteilen. Ein Beispiel hierfür ist die Kreditkarte. Nach einem schweren Stand in den 90er Jahren und zu Beginn der 2000er gehört sie mittlerweile zu den am weitesten verbreiteten und akzeptierten Zahlungsmitteln im Internet. Sowohl für Händler als auch für Kunden gilt im Betrugsfall eine hundertprozentige Haftungsumkehr (sofern sich Händler dem 3D Secure-Verfahren angeschlossen haben). Dieses Secure-Verfahren wird von den beiden Branchenrisen Mastercard und Visa unterstützt. Das Risiko trägt dabei die jeweilige Karten ausgebende Bank. Wenn dennoch irgendwann etwas bei der Transaktion schief geht – Stichwort Missbrauch -, lässt sich der damit einhergehende Ärger leider trotzdem nicht vermeiden.

Das Produktportfolio und das Angebotsmodell diktieren das Bezahlsystem

Anbieter von Live Content oder herunterladbaren Inhalten (Musik, Videos, Software, Büchern etc.) sind oftmals auf andere Bezahlmodelle angewiesen, schließlich liegt zwischen Bezahlung und Freischaltung des gebuchten Service nur eine kurze Zeitspanne. In dieser muss die Zahlung autorisiert und abgewickelt werden. Auf diesem Gebiet hat sich eine Reihe professioneller, sog. Micropayment-Anbieter etabliert.

click&buy

Aber auch hier liegt der Teufel wie so oft im Detail. Zwar bieten die Micropaymentverfahren eine angemessene Sicherheit für beide Vertragsparteien, jedoch muss der Kunde sich zunächst bei dem jeweiligen Payment-Anbieter registrieren um den Service nutzen zu können. Sind ihre Käufer noch nicht bei Ihrem gewählten Anbieter registriert bedeutet dies ein erneutes Angeben der persönlichen Daten. Dieser Prozessschritt ist den strengen, europaweit gültigen Datenschutzbestimmungen geschuldet, wonach nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Kunden personenbezogene Informationen an die jeweiligen Payment-Dienstleister weitergegeben werden dürfen. Der Nachteil für Sie als Shopbettreiber: die mit der Mehrfachregistrierung verbundene Hürde birgt die Gefahr, dass der Kaufprozess deshalb vorzeitig beendet wird und Ihnen Umsatz verloren geht.

paypal

Was bedeutet das für Sie als Shopbetreiber?

Die im Onlineshop angebotenen Bezahlverfahren sind zweifellos ein entscheidender Servicefaktor. Richtig eingesetzt gereichen sie nicht selten zum Wettbewerbsvorteil. Daher sollten Sie alle Faktoren (Sicherheitsaspekte, Kundenakzeptanz, Prozessoptimierung und Infrastruktur) berücksichtigen, denn der anspruchsvolle Käufer erwartet seine bestellte Ware innerhalb kürzester Zeit, inklusive Versandbestätigung und Tracking-Möglichkeiten. Dazu ist es unabdingbar, die eingesetzten Zahlmethoden hinsichtlich der Logistik und Serviceprozesse zu prüfen und möglichst mit Ihrem ERP-System zu synchronisieren.

Zukünftig wird sich die Palette an Bezahlsystemen durch eine Vielzahl neuer mobiler Anwendungen noch weiter diversifizieren. In welche Richtung sich dazugehörige Mobile-Payment-Systeme entwickeln werden, ist derzeit noch offen. Klar ist jedoch das ungemein große Potential was beispielsweise in NFC-Verfahren (Near Field Communication) oder Bezahlung via SMS liegt.

Mit uns sind Sie gut beraten

Egal welche Zahlungsmethode Ihnen interessant erscheint, wir sind Ihr kompetenter Partner für die Integration in ihr bestehendes Shopsystem (isPV, Magento, Veyton, xT:Commerce). Gern analysieren wir Ihre Bedürfnisse und unterbreiten Ihnen ein auf Sie zugeschnittenes, unverbindliches Angebot! Sollten Sie noch weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gern zur Seite und beraten sie allumfassend zu diesem und anderen E-Commerce relevanten Themen.

Weitere Beiträge aus dem Bereich